6 Erſter Abſchnitt.
Wand darauf zu ſtehen kommt, wird ein Balken mitten auf die untere Schei⸗ demauer gelegt. Da nun uͤber den Scheidewaͤnden des oberſten Stockwerks, gemeiniglich weiter keine maſſiven Scheidewaͤnde zu ſtehen kommen, weil der⸗ gleichen auf den Dachboͤden nicht befindlich ſind, ſo koͤnnen in der Balkenlage mitten auf jede quer laufende Scheidewand, einzelne Balken gelegt werden.
*) Beilaͤufig iſt hier der Fall zu erwaͤhnen, wenn in alten oder ſchon ſtehenden Haͤuſern, Scheidewaͤnde nach der Quere oder nach der Tiefe des Gebaͤudes, zwiſchen den untern und obern Balken eingebracht werden ſollen. Es wuͤrde dabey nicht fuͤglich angehen, den Stielen unten und oben Zapfen zu geben, man macht alſo nur unten an die Stiele Za⸗ pfen, und in dem untern Balken Zapfenloͤcher, in welche die Stiele mit ihren Zapfen eingeſchleift werden; an den obern Balken wird in die Mitte eine Latte angenagelt und die Stiele in der Groͤße der Latte ausgeſchoren, d. i. ein ſo tiefer und breiter Einſchnitt darin gemacht, als die Latte ſtark iſt; gegen dieſe Latte werden nun die Stiele dergeſtalt ſeitwaͤrts eingebracht, daß die Latte ſich in der Mitte des Stiels oder in dem vorgedachten Ausſchnitte befindet; allenfalls koͤnnen die Laſchen an den Stiel auch noch an die Latte angenagelt werden, obgleich dieß nicht einmahl noͤthig iſt, denn nach der Laͤnge der Wand werden die Stiele durch die Riegel, und nach der Queere, durch die Latte in ihrem geraden Stande erhalten.
**) Dieſerhalb muͤſſen auch keine Mauerlatten auf die Queerſcheidewaͤnde gelegt werden, die uͤberdem auf dieſen Waͤnden ſo uͤberfluͤſſig und unnuͤtz ſind, daß es ſcheinen ſollte, als wenn es deshalb keiner Erinnerung beduͤrfe; und dennoch habe ich nur kuͤrzlich dieſe ſonderbare Bauart bey einem neuen Bau bemerkt.
Zwiſchen die vorgedachtermaßen auf oder neben die Scheidewaͤnde zu liegen kommende Balken, werden nun die uͤbrigen nach Verhaͤltniß der Schwere der anzubringenden Decken angeordnet: bei Windelboden koͤnnen ſie bei gehoͤri⸗ ger Staͤrke, 3 hoͤchſtens 4 Fuß weit von Mitte zu Mitte auseinander gelegt werden, wobey zu bemerken, daß wenn z. B. eine nicht durch die Tiefe des ganzen Gebaͤudes gehende Wand oder Scheidemauer, als op und ef, Fig. 1. B und D,. vorhanden waͤre,(vorausgeſetzt, daß ſie maſſiv iſt, und daß weiter keine darauf folgte) man die Balken op, und ef, Fig. 1. D, auf dieſe Wand legen kann. Ein gleiches muß bei hoͤlzernen Waͤnden geſchehen, da denn die Stiele der unterſtehenden Wand zugleich in den Balken eingezapfet werden. Man hat ſich hiebei nicht daran zu kehren, ob ein ſolcher Balken um einige Zoll weiter oder naͤher gegen einen andern Balken, als z. B. od, zu liegen kommt: denn wollte man die Eintheilung ſtrenge auf 3 ¾ oder 4 Fuß machen, und es traͤfe alsdenn kein Balken auf die Wand ef, ſo muͤßte doch noch beſonders einer darauf gelegt werden, um der Wand ein Rahmſtuͤck zu verſchaffen, oder, wenn von maſſiven Scheidemauern die Rede iſt, die Decken⸗ ſtacken darin einſtecken zu koͤnnen, weil es nicht wohl angeht, die maſſiven Waͤnde unter die Deckenfelder zu ſtellen, oder ſelbige daruͤber weggehen zu laſ⸗
ha
der


