Von den Balkenlagen und Decken. 5
derſinnig gegen einander ſetzte, und mit Bolzen zuſammenfuͤgte, nemlich ſo, daß gegen das Stammende eines Stuͤcks, das Zopfende des andern und ſo wechſelſeitig alle vier Stuͤcke zuſammen gebracht wuͤrden, ein ſolcher Balken weit mehr zu tragen vermoͤ⸗ gend ſeyn ſoll, als in ſeinem natuͤrlichen Zuſtande.
§. 2.
Bey dem Entwurf zu den Balkenlagen bey Wohngebaͤuden, verſteht es ſich von ſelbſt, daß zufoͤrderſt an jedem Giebel ein Balken vorhanden ſeyn muß, und zwar bey hoͤlzernen Gebaͤuden unmittelbar auf den Giebelwaͤnden, bey maßiven Gebaͤuden aber wird der Giebelbalken(in den Balkenlagen uͤber die Stockwerke) einwaͤrts neben der Giebelmauer gelegt, wie ſolches in Fig. 1. C und D kl zeigt. Die Giebelbalken der Dachbalkenlagen werden aber bey maſſiven Gebaͤuden, um einen halben oder auch um einen ganzen Stein von der aͤußern Mauerflaͤche der Giebelwand einwaͤrts zuruͤck gelegt, wie Fig. 1, D, mn zeigt, nachdem man das Holzwerk gewoͤhnlich auf einen halben, zuweilen aber auch
Entwurf zu den Balken⸗ lagen bei re⸗ gulairen Wohnge⸗ baͤuden.
auf einen ganzen Stein vermauert, oder einen ſogenannten Brandgiebel dage⸗
gen auffuͤhren will.(man ſehe Seite 247, des 1ſten Theils)
Demnaͤchſt muͤſſen auf alle Queer⸗ oder nach der Tiefe des Gebaͤudes laufenden Scheidewaͤnde, wenn ſolche von Holz verbunden ſind, Balken gelegt werden, welche zugleich den darunter ſtehenden Scheidewaͤnden zum Rahmſtuͤck
dienen, d. i. die Stiele ſind in dieſen Balken eingezapft, und wenn oben wie⸗
derum Scheidewaͤnde darauf ſtehen, ſo vertritt der Balken die Stelle der Schwelle dieſer Waͤnde, worin die Stiele eingezapft ſind*). Bey maſſiven Gebaͤuden werden aber auf diejenigen queer laufenden Scheidemauern, worauf oben in den folgenden Stockwerken wieder Mauern ſtehen, keine Balken ge⸗ legt, weil ſonſt die obere Mauer auf dieſe Balken aufgefuͤhret werden muͤßte, welches den Nachtheil haben wuͤrde, daß, wenn der Balken verfaulte, wie ſol⸗ ches bei Hoͤlzern, die im Mauerwerk befindlich ſind, ſehr leicht geſchehen kann**), die darauf aufgefuͤhrte Mauer ſich ſenken und ſchadhaft werden koͤnn⸗ te; auch wuͤrde, da die Stackhoͤlzer in den Balken ſtecken, eine jede auf den Decken vorfallende Erſchuͤtterung, den Waͤnden mitgetheilt, wodurch ſelbige Riſſe bekaͤmen. Es werden demnach bey den vorgedachten maſſiven Scheide⸗ mauern, auf welche in den obern Etagen wiederum dergleichen zu ſtehen kom⸗ men, zu beiden Seiten Balken gelegt, welche man Streich⸗ oder Orthbalken nennt, wie F. 1. C, bey m, g, h, i zu ſehen. Auf diejenigen maſſiven Schei⸗ dewaͤnde aber, auf welche oben keine Mauern, ſondern nur hoͤlzerne Waͤnde zu ſtehen kommen, auch in dem Fall, wenn weder eine Mauer oder eine hoͤlzerne


