Teil eines Werkes 
2 (1798) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 2
Entstehung
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Erſter Abſchnitt.

verſchaffen bedacht ſeyn; bey dem ſenkrecht ſtehenden Holze iſt dagegen weniger Beſorg⸗

niß noͤthig, als ſich ſolche oͤfters durch die Wahl uͤberfluͤſſig ſtarker Hoͤlzer, und der

zu nahe geſtellten Stiele oder Staͤnder, wirklich zu verrathen ſcheint, oder als ſolches eine

einfaͤltige hergebrachte Gewohnheit mit ſich bringt, nemlich in den hoͤlzernen Waͤnden, faſt Stiel an Stiel zu ſetzen.

Fuͤr das praktiſche bey dem Haͤuſerbau iſt uͤbrigens in Abſicht der Bal⸗ ken, aus Erfahrungen zu wiſſen hinlaͤnglich, daß eine Balkenlage, wenn die

Balken 10 Zoll breit und 11 bis 12 Zoll hoch ſind, und dabey zwiſchen 3

bis 3½¾ Fuß weit von Mitte zu Mitte auseinander liegen, auf 16 bis 18 Fuß Laͤnge, ſamt dem Windelboden und der gewoͤhnlichen Belaſtung durch Mobi⸗ lien, auch bey der Erſchuͤtterung durch Gehen und andern ſtaͤrkern Bewegun⸗ gen, ohne Unterſtuͤtzung ſich erhalten koͤnnen ohne herunter zu ſacken.

Weil aber, je mehr Balken in einer Balkenlage vorhanden, oder wel⸗ ches einerley iſt, je naͤher ſelbige aneinander gelegt ſind, die Laſt auf deſto mehr Balken vertheilt wird, und jeder einzelne deſto weniger zu tragen hat; ſo erfordert dies, bey ſtark zu belaſtenden Gebaͤuden, als beſonders bey Getrei⸗ de⸗Magazinen, die Balken nie weiter als 3 ½ Fuß, um aber auch wiederum nicht verſchwenderiſch zu ſeyn, ſie nicht unter 3 FJuß von Mitte zu Mitte aus⸗ einander zu legen.

Bey dergleichen fuͤr beſtaͤndig oder doch auf lange Zeit ſtark zu bela⸗ ſtenden Balkenlagen, iſt auch immer auf den ſchon S. 8. des iſten Theils an⸗ gefuͤhrten Umſtand Ruͤckſicht zu nehmen; daß der Druck einer ruhenden Laſt fortwaͤhrend auf die Unterlagen oder Balken wuͤrket, weshalb man bey der⸗ gleichen Anlagen fuͤr die Sicherheit immer eher etwas zu viel als zu wenig thun muß. Bey Korn⸗Magazinen ſollten daher ſchon die Balken nicht uͤber 14 bis 15 Fuß lang ohne Unterſtuͤtzung ſeyn, und dennoch Balken von 9 Zoll breit und 12 Zoll hoch genommen werden:

Der Nachtheil, welchen inſonderheit die Mauern der maßiven Gebaͤude, bei dem gering⸗

ſten Herunterſacken der Balken in ihrer Mitte, leiden, iſt bereits S. 242 des erſten Theils dieſes Handbuchs angefuͤhrt worden.

Weil auch das Holz am Stammende der Baͤume dichter und ſchwerer iſt, als an dem Wipfel, oder ſogenannten Zopfende, ſo muͤſſen die Balken der⸗ geſtalt abwechſelnd gelegt werden, daß einer mit dem Stammende auf die Vor⸗

derfronte, und der folgende mit dem Zopfende auf dieſe Fronte geleget und

immer mit den folgenden ſo gewechſelt werde, um die Laſt der Balken auf beyde Fronten gleichfoͤrmig zu vertheilen*).

*) Aus Erfahrungen kann ich die Richtigkeit davon nicht behaupten, daß wenn man einen Balken der Laͤnge nach, in vier Stuͤcke von einander ſchneidet, und die Stuͤcke wi⸗