28 Erſter Abſchnitt.
licher Groͤße, woraus die Erſparung mit Lehmpatzen zu bauen, gegen gebrannte Ziegel ſchon vorlaͤufig einleuchtet.) Eine zweiſpaͤnnige Fuhre ladet ſechszig bis
ſiebenzig Stuͤck ausgetrocknete Lehmpatzen. So wohl die Luftſteine als Lehm⸗
patzen werden mit Lehm und nicht mit Kalkmoͤrtel vermauert, wozu der erfor⸗ derliche Lehm in vorgedachten Saͤtzen von der angegebenen Quantitaͤt des Lehms zu den Lehmpatzen ſelbſt, ſchon mit gerechnet iſt*).
*) Da dasjenige, was bei der Anfertigung der Lehmpatzen und ihrem Gebrauche zu bemerken, in meiner 1790. heraus gegebenen Beſchreibung einer vortheilhaften Bauart mit getro ckneten Lehmziegeln, und in der von mir verfertigten 1796. bei Maurer in Berlin neu aufgelegten und mit einem Nachtrag verſehenen Beſchreibung der Feuer abhaltenden Lehmſchindeldaͤcher, nebſt geſammelten Nachrichten und Erfahrungen uͤber die Bauart mit getrockneten Lehmziegeln, hinlaͤnglich beſchrieben worden, und jedermann ſich die letztere Piece ſuͤr den geringen Preiß von Is gr. leicht anſchaffen kann; ſo wuͤrde es uͤberfluͤſſig ſeyn den Inhalt dieſer Schrift hier zu wiederholen.
Dieſe ebenfalls im graueſten Alterthum ſchon bekannt geweſene Bauart mit Lehmpatzen, die auch in einigen fremden aͤndern laͤngſtens uͤblich war, jedoch nur in wenigen der Koͤnigl. Preuß. Provinzen*), wird nunmehro nicht nur auf obrigkeitlichen Befehl uͤberall wo Lehm vorhanden iſt, andere Baumaterialien aber ſelten ſind, bei den Domaͤnen⸗, Forſt- und Unterthanen⸗Bauten eingefuͤhret, ſon⸗ dern es haben ſchon viele Particuliers, von dem Nutzen dieſer Bauart uͤberzeugt, Landgebaͤude in der Art auffuͤhren laſſen**).
*) Unter andern erging ſchon unter dem 12. Juni 1764. eine Circulair⸗Ordre von der Koͤnigl. Kriegs⸗ und Domainen⸗Kammer zu Breslau, wegen Einfuͤhrung der Feuerſichern und holzſparenden Bauart mit Lehmpatzen.
**) Vorzuͤglich hat der Etats⸗Miniſter, Herr Graf von Blumenthal, auf den Guͤtern Groß⸗ Moͤllen und Loiſt bei Pyriz, und der Geheime Ober⸗Finanzrath und Praͤſident des Koͤnigl. Ober⸗ baudepartements Herr Morgenlaͤnder auf deſſen Guthe Hohenbruch bei Oranienburg viele große und weitlaͤuftige Wohn⸗ und Wirthſchafts⸗Gebaͤuͤde ſelbſt bei nicht gar guͤnſtigen Local⸗ Umſtaͤnden auffuͤhren laſſen, und auf den erſtgedachten Guͤthern ſind ſo gar ſehr belaſtete Korn⸗ ſpeicher von zwei Stockwerken von Lehmpatzen erbauet worden.
Da es ebenwohl auf die vollkommenſte Trockenheit der ehmpatzen ankommt, ſo hat man hin und wieder vorgeſchlagen, Magazine auf dem Lande anzulegen, um ſelbige gehoͤrig getrocknet in vorkommenden Faͤllen zur Hand zu haben; weil ſolche aber eigene Gebaͤude erfordern, ſo ſcheint es wohl zweekmaͤßiger zu ſeyn, wenn jeder Landmann angehalten wuͤrde, eine Anzahl von dehmpatzen vorraͤthig zu
haben, um ſolche bei einem entſtehenden Brande, oder ſonſt zum ſchleunigen Auf⸗
bau der Gebaͤude, herzugeben. Bei jedem Bauergehoͤfte wuͤrde leicht ſo viel Raum auszumitteln ſeyn, wo eine Anzahl von dergleichen Steinen aufgeſtellt werden koͤnnte, wodurch die Erbauung beſonderer Schoppen weg fiele.


