Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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Von den Baumaterialien. 29

unte§. 19.

dis Herr Franz Eointeranr, Profeſſor der ländlichen Baukunſt Von dem Bau

ehme in Paris, hat im Jahre 1790. eine Bauart mit feſtgeſtampften Lehmwaͤnden bekannt der Teanai,

for⸗ gemacht, welche er le Piſé nennt,(in andern Schriften aber und in der Encyclo- de le Pilé ge⸗-

üms pédie méthodique le Piſay geſchrieben wird,) und deren Urſprung von den naunt. Zeiten der Roͤmer herruͤhren ſoll.

en, in In meiner Beſchreibung der Feuerabhaltenden Lehmſchindeldäͤcher, habe

44 ich das weſentliche dieſer Bauart geſchildert, auch angezeigt, daß zwei deutſche Ueberſetzungen der

zwei erſten Hefte der Cointerauſchen Schriften, eine woͤrtliche mit eben der unnuͤtzen Weitlaͤuf⸗ der tigkeit, die dem Herrn Cointeraux vorzuͤglich eigen iſt, zu Wien und eine andere zu Nuͤrnberg und mit Auswahl des zweckmaͤßigen und zur Sache dienlichen heraus gekommen ſind. Ich koͤnnte uglich nun die Leſer auf dieſe wenig koſtende Schriften verweiſen; indeſſen wird es vielleicht manchem leicht nicht unlieb ſeyn, eine Beſchreibung dieſer in Deutſchland und anderer Orten Aufſehen manchen⸗ den Bauart hier anzutreffen, und ich halte mich um ſo mehr dazu berechtiget, ſie hier einzu⸗ ſchalten, da ich eben mit einer freien, d. i. vorzuͤglich ſehr abgekuͤrzten Ueberſetzung der Coin⸗

mit terauxſchen Anweiſung fertig war, als die erſte deutſche Ueberſetzung erſchien, weshalb ich

doch damals den Druck der meinigen unterlies.

auf 5. 20.

aber

ſor⸗ Die Lehm⸗ oder chonartigen Erdarten zu dieſer Bauart koͤnnen mit kleinen Kennteichen 8 Kieſeln, Kalk, Mergel und dergleichen vermiſcht, und alſo weder zu Mauer⸗ drau dieien ugt/

noch zu Dachſteinen brauchbar ſeyn; wohingegen dieſe untermiſchten Theile bei brauchbaren dem Bau der Lehmwaͤnde uͤberhaupt, und alſo auch zu den Pilé-Mauern, unſchaͤd⸗ Erde. nigl. lich ſind.

15 Auſſerdem ſind die Kennzeichen einer guten Erdart zum Piſé: wenn man mit

Groß⸗ einer Schaufel, einem Spaten oder mit dem Pfluge, ein Stuͤck von der Kuͤrſte

Due⸗ des Erdreichs, mit Gewalt abreißen muß; eben ſo iſt es ein Zeichen, daß der

dilh Boden ſich zu dieſer Bauart ſchickt, wenn auf dem Acker Erdkloͤße vorhanden ſind,

Kon⸗ welche zerſchlagen werden muͤſſen, oder wenn das Erdreich Riſſe und Borſten bekommt, kurz, eine jede nicht zu fette aber auch nicht zu magere Lehm⸗ oder andere

umt, Erde iſt zum Pifé-Bau gut; nur verwirft Cointeraux alle Vermiſchung der

egen; Erde, wie es bei den Lehmpatzen geſchiehet, mit geſchnittenem Stroh, Flachs⸗

wäl ſcheben, Heu oder andern Vegetabilien, und er gebraucht die Erde ohne allen

ſeyn/ Zuſatz. 4

thig iu. 4 21.

n Auf⸗ Zum Piſé Bau ſind folgende lltenſilien erforderlich:

Naum Fig. 12. Iſt eine von denen benoͤthigten zwei mit Bretterleiſten zuſammen geſchla⸗ Beſchreibung

werden genen Waͤnden von Kuͤchern auf der innern Seite abgehobelten, einen und der Bauart en

einen viertel Toll ſtarken oder dicken Brettern, nach der auſſerlichen Anſicht, 1 T 3