Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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Von den Baumaterialien. 19

Dieſe Geraͤthſchaften koſten etwa zehn bis zwoͤlf Thaler, und ſind fuͤr zwei Mann hinreichend, welche bei dieſer Arbeit angeſtellt werden.

Der zu ſpaltende Stein wird ganz von der umliegenden Erde befreiet, und auf allen Seiten los gegraben, ſo daß er auf keiner Seite im mindeſten anliegt, denn ſonſt ſpringt er auch bei der groͤßten Gewalt nicht auseinander. Wenn der Stein auf allen Seiten los gegraben iſt, ſo wird auf demſelben die Linie, nach welcher man ihn ſpalten will, durch eine mit Kohlen beſtrichne Schnur vorgezeich⸗ net; dieſe Linie muß nach der nicht fuͤglich zu beſchreibenden, ſondern blos durch Uebung, jedoch ziemlich ſchwer zu erkennenden Richtung, in welcher die Feld⸗ ſteine auch einigermaßen ſchichtenweiſe, wie die Sandſteine zuſammengeſetzt ſind, genommen werden..

Auf dieſer Linie wird mit einer von den beſchriebenen Piken, eine Rinne gefehr zwei Zoll breit und zwei und einen halben Zoll tief, und zwar die erſte der Tiefe mit der Queere der Pike, wie Fig. 5. zeigt, die zweite aber nach d Laͤnge derſelben, Fig. 6, nach unten zu etwas ſchraͤge zuſammenlaufend, einge⸗ hauen. Hierbei bewahren die Arbeiter ſich die Augen mit einem Flohr. Die Rinne muß auch bei dem Aushauen oͤfters mit einem Strohwiſch gereiniget werden. Wenn ſie fertig iſt, wird ſie ihrer Breite nach in Entfernungen von ſieben bis acht Zoll,

wenn aber der Stein ſehr groß und hart iſt, noch naͤher an einander, mit eiſernen Blechen, wie aus Fig. 7. zu ſehen, dergeſtalt ausgeſetzt, daß auf jed Stelle ſo viele Bleche ſo dichte an einander geſetzt werden, daß die letztern derſelben ſchon

mit einem Hammer eingetrieben werden muͤſſen. Wenn dieſes geſchehen, ſo ſetzet man in die Mitte eines jeden ſolchen Satzes von Blechſtuͤcken, einen von den eiſer⸗ nen Keilen Fig. 2.(das Profil Fig. s. macht dieſes noch deutlicher) und ſchlaͤgt mit dem Hammer auf die Keile, von einem Ende des Steins zum andern, erſt ſchwach, dann ſtaͤrker und zuletzt geſchwinde und mit verdoppelten Kraͤften auf einen Keil nach dem andern; vorzuͤglich aber auf diejenigen, welche am leichteſten eingehen oder gut ziehen, da denn der Stein gar bald, faſt ſo gerade wie ein Brett von einander ſpringt. I 4 Derſelbe giebt zuweilen kurz vor dem Spalten einen leiſen Ton auf dem einen Ende, welcher das Reißen anzeigt, und es iſt alsdann noͤthig, auf die Keile am andern Ende ſogleich mit voller Macht zu ſchlagen, weil, wenn man dabei langſam zu Werke gehet, die gerade Flaͤche verfehlet wird. Die haͤrteſten Steine, die man einigermaßen aus der dunkelrothen Farbe dafuͤr erkennt, laſſen ſich am beſten in große Stuͤcken mit ziemlich ebenen Flaͤchen ſpalten. Haben die Steine aber ſchon natuͤrliche Riſſe oder Spalten, ſo zerſpalten 5 C 2