Teil eines Werkes 
2: Über Wolle im Allgemeinen und über die Englischen Vließe insbesondere. 2
Entstehung
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vortreffliches Schaffutter; ſie beißen es nicht mit ihren Zaͤhnen ab, ſondern ziehen die Wurzel ſammt dem Sten⸗

gel heraus.

Moos beginnt im Februar zu wachſen; die

Schafe freſſen es auf dieſelbe Weiſe wie das Ling. Deerhair waͤchſt gegen Ende Aprils und wird den Som⸗ mer hindurch gefreſſen. Die Schafe koͤnnten auf den Bergen ohne dieſe Graͤſer nicht erhalten werden, weil das Wieſengras(lay grals) nicht fruͤher als den erſten April kommt. Wo ein Hof nicht ſaͤmmtliche, oder die meiſten obiger Graͤſer erzeugt, ſondern nur Wieſengras(lay grals), ſind die Schafe groͤßtentheils im Fruͤhjahr ſehr herunter, und viele von ihnen ſterben aus Mangel, wenn ſie einen harten Winter ausgeſtanden haben.

Es giebt eine große Menge Moraſt⸗ oder Sumpfboden, auf manchen Bergen. Im Sommer giebt es da nicht viel zu beißen fuͤr die Schafe, im Winter kommt er ihnen aber ſehr zu Statten. Es iſt eine große Verbeſſerung, dieſe Suͤmpfe trocken zu legen; dieß macht das Gras heil⸗ ſam, vermehrt deſſen Menge und macht es eßbar in Froͤ⸗ ſten, wo jene eine Eisdecke in ihrem natuͤrlichen Zuſtand bilden. Es iſt zweckmaͤßig, dieſe Suͤmpfe jedes dritte Jahr zu maͤhen; wenn ſie nicht gemaͤhet werden, ſo er⸗ wachſen ſie zu kleinen Huͤgeln, welche die Schafe kaum anruͤhren. Sie erzeugen gutes Heu fuͤr Schafe und Rind⸗ vieh, und das Eutwaͤſſern bewirkt eine große Verbeſſe⸗ rung. Ein gehoͤriges Verhaͤltniß aller der verſchiedenen Grasarten, die ich erwaͤhnt habe, macht den vollkommen⸗ ſten Schafhof aus; aber ein ſolcher Hof iſt ſchwer zu finden. Es iſt ein großer Vortheil, Moosboden an den

niedrigen Theilen eines Guts zu haben, weil die Schafe

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