Teil eines Werkes 
[Des ersten Bandes Erstes Stück] (1783)
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Luft in fixe Luft verwandelt worden, eine Verrin⸗ gerung des Umfangs vorhanden ſeyn, indem fixe Luft ſpeciſiſch ſchwerer iſt, als gemeine Luft, und die koͤrperlichen Raͤume verhalten ſich umgekehrt wie die eigenthuͤmlichen Schweren; aber die Verringe⸗ rung der Maſſe muß gaͤnzlich, und jene des Um⸗ fangs muß ebenfalls groͤßten Theils, von der Ein⸗ ſaugung der ſixen Luft durch das Waſſer, oder von der Subſtanz, wovon das Pflogiſton entſpringt, ab⸗ hangen. Ich habe nach und nach ſechs Maaß Sal⸗ peterluft zu zweyen depflogiſtiſirter Luft, die ich von dem rothen von ſich ſelbſt entſtandenen Queckſilber⸗ kalch erhielt, hinzugethan, und nach jeder Vermi⸗ ſchung unterſuchte ich ſie mit friſchem Kalchwaſſer, und nach jeder befand ich, daß der Kalch niederge⸗ ſchlagen, bis vom Ganzen ohngefaͤhr ein Zehntheil uͤbrig war, daß alſo neun Zehntheile dieſer depflogi⸗ ſtiſirten Luft, offenbar in fixe Luft verwandelt waren; und da vorher keine fipe Luft in der depflogiſtiſirten Luft vorhanden war; ſo war ſie ohnſtreitig durch die Vereinigung des Pflogiſton der Salpeterſaͤure, mit dem wirklich depflogiſtiſirten Theile der depflogiſtiſir⸗ ten Luft erzeugt.

Hier ſehen wir, wie fixe Luft in den meiſten uͤb⸗ rigen pflogiſtiſchen Prozeſſen, welche in gemeiner Luft gemacht werden, erzeugt wird. Das Pflogi⸗ ſton wird durch den depflogiſtiſirten Theil der gemei⸗ nen Luft angezogen, verbindet ſich damit, treibt ei⸗ nen Theil ſeines Feuers aus, und bildet ſo fixe Luft. Jedoch entgehet gewoͤhnlich ein Theil dieſer reinen Luft der Wirkung des Pflogiſton, indem ſie von der

Menge