Teil eines Werkes 
1 (1828) Oekonomisches Tagebuch für die Jahre 1799-1819 : nebst einer vorläufigen kurzen Geschichte und Darstellung der Rochsburgischen Wirthschaften, und des ökonomischen Lebens und Wirkens des Hrn. Verfassers im Allgemeinen, vom Herausgeber; und einem Portrait des Erstern in Steindruck
Entstehung
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4 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften

funfzehn Doͤrfer, wovon jedoch eins oder das andere nur theil⸗ weiſe dazu gehoͤret, und worunter eben auch die hier ſchon ge nannten drei Doͤrfer, Berthelsdorf, welches jedoch auch ein eignes Ritter- und Schoͤnburg⸗Rochsburgiſches Lehngut iſt, Mohsdorf und Helsdorf zu zaͤhlen ſind, in und aus welchen einige eigends erkaufte Bauerguͤter, ſo wie auch das Rittergut Berthelsdorf, zu den Wirthſchaften des Grafen Heinrich Ernſt gehoͤrten. Sie iſt 1566 von dem Hauſe Sachſen an die Grafen und Herren von Schoͤnburg gekommen, und hat eine eigne Branche der Nebenlinie von Schoͤnburg⸗Glauchau, der ſogenannten untern Linie, oder der von Hinterglauchau gebildet, bis ſie jetzt mit dem Tode des Grafen Heinrich Ernſt im Jahr 1825 dieſer Linie wieder zugefallen, und an die beiden Herren Grafen Albrecht und Ludewig von Schoͤnburg⸗ Hinterglauchau gekom⸗ men iſt.

Sie liegt in einem coupirten, aber fruchtbaren Terrain, und beſteht mehrentheils aus einem, an ſich mehr ſtrengen und feſten, als lockern, Lehmboden, den nur die gute Cultur und die ſtarke Duͤngung, die er in den Wirthſchaften des Grafen Heinrich Ernſt erhielt, ſo art- und fruchtbar gemacht hat, wie er ſich in

der That zeigte. An der Mulde, welche die Herrſchaft durch-

ſtromt, zeigen ſich bedeutende, ſchoͤne, mahleriſche, waldige Felſenparthieen, und das kleine Rochsburger Mulde-Thal gehoͤrt an ſich ſchon zu den romantiſchen und anmuthigſten Gegenden Sachſens, wenn auch nicht die Kunſt, in den letzten Jahren des Beſitzes des verſtorbenen Grafen, daſſelbe zu einer herrlichen Land⸗ ſchaftsparthie gemacht haͤtte, die vielfaͤltig von Reiſenden beſucht wird. Im Ganzen umfaßt ſie, mit Inbegriff der 2 Staͤdtchen und der 15 Doͤrfer und ihrer geſammten Flur, faſt eine Meile. Die eigentliche Herrſchaft Rochsburg ſelbſt aber enthaͤlt an Acker⸗ feldern nur 156 ſaͤchſ. Acker à 300 Ruthen, an Wieſen einige 20 Acker, an Wald einige 100 dgl. Acker. Ein Theil davon

ſind Allodialgrundſtuͤcke, das Ganze aber iſt Mannlehn. Zu

dem Allodium gehoͤrte z. B. die herrſchaftliche Triftſchaͤferei nebſt dem Grundſtuͤck, worauf ſie liegt und den anhaͤngenden Wieſen; ferner der Scheunenpflug,(ein großes Stuͤck Holz), die Kursdorfer Wieſe, das ſogenannte Erbe, und die Muͤhle in Rochsburg, u. dgl. m.

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