des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 5
In die Haͤnde unſres Grafen Heinrich Ernſt kam die Herrſchaft Rochsburg den 26ſten November 1786, jedoch nur in Gemein⸗ ſchaft mit ſeinem Herrn Bruder Heinrich.— Graf Heinrich Ernſt von Schoͤnburg, vierter und juͤngſter Sohn des im Jahr 1777 verſtorbenen Grafen gleichen Namens, geboren den Lgſten April 1760, folgte naͤmlich,— nachdem er, im vaͤterlichen Hauſe auf das Gruͤndlichſte und Beſte unterrichtet, im Jahr 1780 die Univerſitaͤt Leipzig bezogen, und hier ein ſehr fleißiges und gruͤnd— liches Rechtsſtudium gemacht, auch einige Jahre nachher als Aſſeſſor bei der Landes⸗Regierung zu Dresden gearbeitet hatte,—
der Einladung ſeines zweiten Bruders, Heinrich Wilhelm Ernſt,
geb. 1751, der, da der aͤlteſte als Kind geſtorben, und der dann noch gebliebene aͤltere Bruder, Graf Ludwig Ernſt, geboren 1750, ſchon fruͤher, als Baieriſcher General, fuͤr ſeinen Antheil an der Herrſchaft abgefunden worden war, mit ihm gemeinſchaftlich die Herrſchaft uͤbernehmen wollte,— gern und willig zu dieſem Unternehmen, und am 26ſten November 1786 vereinigten ſich daher beide Bruͤder wirklich dahin, daß ſie die ſaͤmmtlichen nutz— baren Ackerſtuͤcke und Wieſen, nebſt den dazu beſtimmten Frohnen, ganz gleich unter ſich theilen, und jeder ſeinen Antheil beſonders bewirthſchaften wollten, die Forſten aber und alle andern herr— ſchaftlichen Revenuͤen, Jagd, Zinſen, Gerichtsnutzungen, ſo wie die ſogenannte Triftſchaͤferei u. ſ. w., gemeinſchaftlich benutzen, und in der Aufſicht und Leitung dieſer gemeinſchaftlichen herrſchaft⸗ lichen Angelegenheiten, ſo wie in dem Antheil an der Regierung der Angelegenheiten des ganzen Schoͤnburgiſchen Hauſes monatlich abwechfeln wollten
Das ſogenannte Vorwerk bei Schloß Rochsburg uͤbernahm Graf Heinrich, und erhielt an Aeckern circa 78, und von den Wieſen auch die Haͤlfte. Eben ſo viel erhielt auf ſeinen Antheil auch Graf Heinrich Ernſt, und legte gleich in den erſten neun— ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine neue, die ſogenannte Stall⸗Schaͤferei zu Rochsburg an, die ſomit die Baſis der nachher ſo beruͤhmt gewordenen Rochsburger Schafwirthſchaft iſt, wie wir bald weiter zeigen werden.
Die Wirthſchaft der Herrſchaft Rochsburg war ſchon von dem Vater der beiden Grafen, und unter der Vormundſchaft von deren Frau Mutter, einer ſehr klugen, lebhaften und thaͤtigen


