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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
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Die Bewaͤſſerung im Monat Mai. §. 148.

Die Bewaͤſſerung in dieſem iſt bei⸗ als duͤngend, theils als aufloͤſend zu betrachten, er da b waͤſſere man nur ſeltener und periodiſcher, z. B. 1 Tag waͤſſere man und 2 Tage lege man die Wieſe trocken. Giebt es anhaltende N dkacht⸗ froͤſte, ſo unterlaſee man am Tage alles Waͤſſern und offne blos Abends die Schleußen, um ſie des Morgens wieder zu ſchließen. Hat man es einmal verſehen und ein Nachtfroſt die Wieſe ohne Waſſer angetroffen, ſo eile man fruͤh ſo bald der Tag grauet, alle Schleußen mit Macht zu oͤffnen, damit nicht etwa die Sonne auf die Wieſe ſcheint ohne Waſſer zu finden.

Kommen warme Naͤchte, ſo unterlaſſe man ebenfalls des Nachts zu waͤſſern.

Bei rauhen Tagen waͤſſere man. Werden die Tage ſehr warm, ſo waͤſſere man ſelten.

Hat man zur Bewaͤſſerung gutes Feld⸗ und Teichwaſſer, ſo waͤſſere man in dieſem Monat beſonders vorſichtig, damit man nicht die nachkommenden Graszweige erſtickt und dadurch ein duͤnnes Gras erhaͤlt.

Die Bewaͤſſerung im Monat Juni. §. 149. Steht das Gras in dieſem Monat noch auf der Wieſe, ſo

waͤſſere man bei ſehr warmen trockenen Tagen ofterer und be ſonders des Nachts. In dieſem Monat kommt beſonders die reizende Duͤngung des Waſſers in Betracht. Hat man die Abſicht, baldigſt zu maͤhen, ſo lege man die Wieſe wenigſtens 8 Tage zuvor trocken, man kann jedoch, wenn des Morgens gemaͤht werden ſoll, am Abend noch etwas Waſſer darauf laſſen, wo