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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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Fruͤhjahr, deſto ſchneller Graswuchs auf einer Flaͤche, welche noch keinen hat.

Die Bewaͤſſerung im Monat April. §. 147.

In dieſem Monat benutze man vorzugsweiſe alles Waſſer. Ganz beſonders wohlthaͤtig wirkt die Aprilwaͤſſe⸗ rung auf Sandlaͤndereien, wo Gras erzeugt wer⸗ den ſoll, auf ſolche Flaͤchen laſſe man ohne alle Schonung das Waſſer ſtroͤmen, es wird nur vortheilhaft wirken. Hat man dieſen Monat hindurch anhaltend gewaͤſſert, und entzieht der Wieſe das Waſſer, ſo wird man einen trocknen Niederſchlag gewahr werden, welcher wie eine Haut ſich auf dem Sande niedergelagert hat und aus deſſen geheimnißvoller Decke in kur⸗ zer Zeit zarte Graspflaͤnzchen hervorſproſſen werden.

Fuͤr ſolche Laͤndereien iſt die Aprilwaͤſſerung beſſer, als die Bewaͤſſerung des ganzen uͤbrigen Jahres.

Gute Wieſen bewaͤſſere man in dieſem Monat anhaltender, als in ſpaͤtern, denn die Aprilwaͤſſerung iſt mit als Hauptduͤn⸗ gung anzuſehen, doch lege man dieſelben oftmals trocken, waͤſſere z. B. 3 Tage und den vierten ſetze man aus. Tritt jedoch ſehr freundliches Wetter ein und man vermuthet Nachtfroͤſte, ſo waͤſſere man einen Tag um den andern, die Naͤchte jedoch ſtets. Bei anhaltendem Regen ſetze man am Tage ganz mit der Be⸗ waͤſſerung aus und waͤſſere nur des Nachts, denn allzuuͤber⸗ haͤufte Naͤſſe erregt beſonders in dieſem Monat Faͤulniß in den Wurzeln der Graͤſer.

Bei ſehr rauhen kalten Tagen laſſe man die Wieſe nie ohne Waſſer, jedoch hemme man daſſelbe etwas, damit nur all maͤhlig gewaͤſſert wird.