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A. Ausführung der Bewäſſerung.
Wie groß iſt der Waſſerbedarf zur Bewaͤſſerung einer beſtimmten Flaͤche? §. 139. In§. 96 wurde ſchon oberflaͤchlich erwaͤhnt, daß die Kennt⸗
niß, wie viel Waſſer zur Bewaͤſſerung eines beſtimmten Flaͤchen⸗ raumes noͤthig ſei? ſich blos auf Theorie gruͤndet, keineswegs aber in der Praris mit Gewißheit angenommen werden kann. Ich werde dies hier naͤher zu erlaͤutern ſuchen. Man denke ſich ein Cubikfuß Waſſer der Hoͤhe nach in 12“ getheilt, dieſe neben einander gelegt und es wuͤrden 120◻ Flaͤchenraum 1 ſtark be⸗ deckt ſein, nun wollen wir jeden dieſer Zolle wieder in 20 Theile zerlegen, woraus ½ Decimallinie Waſſerhoͤhe entſteht oder 20* 12— 240 Flaͤche unter Waſſer geſetzt werden koͤnnte.
Dies iſt nun allerdings eine ſchoͤne Theorie, allein wie ſieht es damit in der Praris aus? Es fragt ſich, wie lange bedarf es Zeit, daß ſich alle Bewaͤſſerungsrinnen mit Waſſer anfuͤllen, wie viel Gefaͤlle hat die Flaͤche und wie breit iſt die— ſelbe nebenbei, noch wie viel mal wird das Waſſer benutzt? Hier hoͤrt die Berechnung des Theoretikers auf. Man erlaube mir nun aus der Quelle der Erfahrung zu ſchoͤpfen.
Ein Graben, welcher pro Secunde 1 ½ Cubikfuß Waſſer gewaͤhrte, bewaͤſſerte nachhaltig eine Flaͤche von 13 Morgen, dieſelbe war dem Nebengefaͤlle nach verſchieden breit, theils 25, 40 und 51 Ruthen, ſie war ein zuſammengeſetzter Kunſtbau und beſtand meiſtens aus Ruͤcken. Hatte nun dieſe Flaͤche mehrere Tage genuͤgend Waſſer erhalten, ſo wurden die Schleußen im Zuleitungsgraben geſchloſſen und die Wieſen trocken gelegt; un⸗ terhalb bewaͤſſerte daſſelbe Waſſer dann eben ſo nachhaltig als


