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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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Achter Abſchnitt.

Die Pflege der bewaͤſſerten Wieſen.

Noͤthige Vorerinnerungen.

§. 138.

Mit dieſem Abſchnitt beginnt das Wirken des Rieſelwirths, ſeine Gegenwart iſt nun uͤberall erforderlich, er muß ſelbſt ſehen wo es fehlt, ſich nicht auf ſeine Leute verlaſſen, denn es iſt leichter eine Bewaͤſſerungswieſe anzulegen als die⸗ ſelbe im guten Stande zu erhalten. Falſche Manipu⸗ lation zerſtoͤrt das ſchoͤnſte Werk, welches mit den groͤßten Opfern erkauft wurde. Hier gilt was v. Wildungen ſagt:

Froſt und Hitze, naß und kalt Muß er freudig tragen.

Keine Witterung muß dem Rieſelwirth zu rauh ſein, ſeine Fuͤße muͤſſen Naͤſſe vertragen koͤnnen, ſeine Haͤnde duͤrfen nicht zu zart ſein, um noͤthigenfalls im Waſſer oder Schlamm mit denſel ben zu arbeiten. Er muß ſeine Waͤſſerungswieſen mit Liebe be ſuchen, ſie muͤſſen unter ſeiner Aufſicht ſtehen. Die Waͤrter der⸗ ſelben muͤſſen taͤglich berichten, ob etwas vorgefallen iſt. Unter ſolchen Bedingungen nur werden die Anlagen ſegensreiche Fruͤchte bringen. Die Pflege der Bewaͤſſerungswieſen beſteht in der wirklichen Ausfuͤhrung der Bewaͤſſerung ſelbſt und in der Inſtandhaltung.