Druckschrift 
Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Crysimum, Hoͤdrich, 1 Chrysanthemum, Hungerblume, Rumex acetosella, Schafampfer, Arenarea rubra, rothes Sandkraut u. a. m.

Manipulation des Sandbodens.

§. 13.

Dieſer Boden iſt in jeder der vorerwaͤhnten Arten nur unter G verſchiedenen Manipulationen zur Bewaͤſſerung anwendbar, er V d erfordert die groͤßte Kenntniß und genaueſte Beurtheilung bei 3 Realiſirung von Waͤſſerungsanlagen. Wollte man z. B. ſterile V

Sandlehden in Kunſtwieſen umſchaffen und vermoͤge dieſes das noͤthige Gefaͤlle geben, ſei es nun durch die Kunſt oder das Beibehalten des natuͤrlich Vorhandenen, ſo wuͤrde derſelbe nie ent ſprechende Reſultate liefern, koͤnnte man ihn nicht mit Raſen bedecken oder durch eine ſtarke Auffahrung von kraͤftigem, kur⸗ zen Stallduͤnger ihm eine feſte Decke bereiten, oder auch durch Aufſtampfen der gruͤnen Wuxzeln des Holcus mollis oder Tri- ticum repens zur ſchnellen Erzeugung von Gras zu Huͤlfe

kommen. 1 6

Kann man keines von dieſen Huͤlfsmitteln anwenden, ſo muß der Sandboden wenigſtens ein Jahr hindurch nach der Planir⸗Arbeit unangeruͤhrt liegen bleiben, unter dieſer Friſt darf an eine Bewaͤſſerung nicht gedacht werden, ja man iſt oft Vb nicht einmal im Stande, vor dieſer Zeit wegen der allzu we⸗ nigen Conſiſtenz dieſes Bodens die kleinen Bewaͤſſerungs⸗ rinnen anzulegen, ohne befuͤrchten zu muͤſſen, dieſe Arbeit zu erneuern, da faſt ein jeder Regen in dieſem lockern Boden die Ufer der Rinnen niederſpuͤlt und zuſchlammt, ausgenommen wenn man die Koſten nicht ſcheut und Raſen herbeiſchafft, um alle dieſe kleinen Rinnen mit demſelben einzufaſſen, wodurch

1