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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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Das Anſaͤen des Lehmbodens mit Graͤſern. §. 10.

Fehlen Raſen zur Bedeckung der Flaͤche, ſo geſtattet unter allen Bodenarten der Lehmboden das Anſaͤen der Graͤſer, da er uͤberhaupt einzig und allein derjenige iſt, welcher am meiſten zu Gras inclinirt. Man befoͤrdert durch die Anſaat mit einem Gemenge guter Graͤſer, indem man die mit Raſen ein⸗ gefaßten Bewaͤſſerungsrinnen mit Waſſer fuͤllt und hierdurch der Flaͤche immer etwas Feuchtigkeit zukommen laͤßt, ſehr ſchnell eine gute Grasnarbe. Doch bemerke ich noch, daß in ſolchen Faͤllen nicht eher gewaͤſſert werden darf, als bis alles Gras aufgegangen iſt und wenigſtens eine Hoͤhe von zwei Zoll erreicht hat, auch alle Entwaͤſſerungsrinnen mit Ra⸗ ſen eingefaßt ſind, damit dann bei der ſtattfindenden Bewaͤſſerung die Ufer derſelben nicht eingeſpuͤlt und die Rinnen zugeſchlaͤmmt werden.

Es ſchadet hier nichts, wenn bei großen ausgedehnten Wie⸗ ſenbauten die planirte Flaͤche nicht ſogleich mit Raſen bedeckt wird und vielleicht mehrere Tage unbedeckt liegen muß, auch wohl gar waͤhrend der Arbeit feſt getreten oder gefahren wird, die ſpaͤter aufgelegten Raſen wurzeln doch ſchnell ein und nach Verlauf von 34 Wochen kann die Bewaͤſſerung beginnen.

Das Verhalten des Waſſers zum Lehmboden. §. 11.

Auf die Qualitaͤt des Waſſers iſt nicht Ruͤckſicht zu neh⸗ men, nur vermeide man zur Bewaͤſſerung ſolches anzuwenden, beſonders wenn der Lehmboden mit Eiſenſteinen vermengt iſt, welches aus Moor⸗ und Torfgruͤnden geleitet und wegen ſeines

zu großen Antheils an Humusſaͤure Riedgraͤſer und Binſen her