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Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Bewaͤſſerung und Manipulation des Lehmbodens.
§. 9.
Der Lehmboden vertraͤgt unter allen Bodenarten am erſten eine ungeregelte Bewaͤſſerung, ein Verſehen in derſelben bringt nicht gleich Stockungen im Ertrage hervor, er nimmt es nicht gleich uͤbel, wenn er einmal zu lange durſtet, oder wenn er einmal zu ſatt getraͤnkt worden iſt. Doch darf man nicht glau— ben, daß eine oͤftere Wiederholung ſolcher fehlerhafter Bewaͤſſe— rung durchaus keinen Nachtheil braͤchte, es ſoll nur hiermit geſagt werden, daß eine zu große Aengſtlichkeit im Verfahren der Bewaͤſſerung nicht noͤthig iſt. Ueberhaͤufte Naͤſſe ſchadet dem Lehmboden eben ſo ſehr, als allzu lang anhaltende Trockenheit, beides iſt jedoch bei einer gut eingerichteten Waͤſſerungsanlage und bei vernuͤnftiger Behandlungsweiſe in Betreff der Bewaͤſſe⸗ rung nicht denkbar.
Kommen in dieſer Bodenart beim Wieſenbau bedeutende Auf⸗ tragungen vor, ſo muß die aufgeſchuͤttete Erdmaſſe gut gerammt oder geſtampft werden, denn ſo ſchoͤn auch ohne dieſes eine neu angelegte Wieſe im Anfange ſich dem Auge darbietet, ſo erſcheint ſie doch nach Verlauf von einem Jahre in deſto mißlicherer Geſtalt. Bei der groͤßten Genauigkeit koͤnnen in dieſem Boden kaum Senkungen vermieden werden, er hat das Eigenthuͤmliche, ſich nur erſt durch die Laͤnge der Zeit feſtzulagern, und oftmals nach einem Zeitraume von mehreren Jahren, wenn man es nicht mehr vermuthet, entſtehen an Stellen, wo Ausfuͤllungen geſche⸗ hen ſind, Vertiefungen, deren Wiederherſtellung dann bisweilen die Bewaͤſſerung ſtoͤrt.


