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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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5 föͤrmliche Desorganiſation der Graͤſer ſtattfindet, woraus zu erſehen iſt, daß die oͤrtlichen Verhaͤltniſſe und aͤußeren Einwir⸗ kungen eine Hauptrolle bei den Bodenarten und deren Wirkung auf die Vegetation ſpielen.

Durch Bewaͤſſerung bleiben ſich nun die aͤußeren Einwir⸗ kungen auf den Boden, ſowohl in Hinſicht des Temperatur⸗ wechſels, als auch in Beziehung der Naͤſſe und Trockenheit, immer ziemlich gleich, darum auch der Boden bei der Bewaͤſſe⸗ rung einen großen Einfluß auf Quantitaͤt und Qualitaͤt des Futters ausuͤbt. Der Moorboden z. B. liefert manchmal, wenn nicht ganz unguͤnſtige Umſtaͤnde es verhindern, ohne Bewaͤſſe⸗ rung ſehr ſchoͤnes Gras, dahingegen nach der Bewaͤſſerung mit Waſſer, welches ihm nicht zuſagt, oftmals ſeine ganze Geſtalt ſich aͤndert und er nur ſchlechte, dem Thiere hoͤchſt ſchaͤdliche, unnahrhafte Graͤſer hervorbringt. Sei man deshalb ja vorſich⸗ tig in Beurtheilung ſeines Bodens, entſchließe man ſich nicht ſo ſchnell, Waͤſſerungsanlagen zu realiſiren, ohne zuvor denſelben unterſucht zu haben; ein zu ſchnelles Handeln moͤchte theuer be⸗ zahlt werden. Es ſei jedoch hiermit nicht geſagt, daß es Bo⸗ denarten gaͤbe, welche eine Wieſenmelioration ganz unmoͤglich machten, d. h. welche ihrem Koſtenaufwande gemaͤß ſich nicht verwertheten; nein! dies keineswegs, ſondern die Manipulation muß ſich nach dem Boden richten, ſie darf nicht mechaniſch nach einmal gelernten Handgriffen ausgefuͤhrt werden, ſie darf nicht in dem Thonboden wie in dem Sandboden, und im Moore wie in dem Lehmboden unternommen und die nachher ſtattfindende Bewaͤſſerung auf dem einen wie auf dem andern Boden vollzo⸗ gen werden.

Ich werde meine Erfahrungen und Verſuche mittheilen, moͤgen ſie manchem Landwirth nüͤtzen.