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in einem beſondern Gefaͤße*) ſtattfinden, und die erſten Tage noch Preßhefe zugeſetzt werden muß, bis die Mut⸗ terhefe die gehoͤrige Staͤrke erlangt hat, und daß, wenn durch irgend eine Veranlaſſung die Hefen unkraͤftig oder untauglich geworden ſind, ſie nicht durch etwaigen Zu⸗ ſatz von Preßhefe zu verbeſſern, ſondern durch voͤllig neu verfertigtes Gaͤhrungsmittel zu erſetzen ſind. Bei An⸗ wendung dieſer Hefe hat Hr. Oberamtmann Livonius 8 ½ bis 8 ½ Prozent vom Quart Maiſchraum gezogen.
Herr Oberamtmann Livonius gab ferner noch an: daß das Scheuern der Maiſchbottige von großer Wich⸗ tigkeit ſei, derſelbe beobachtet dabei folgendes Verfah⸗ ren: Nachdem die Maiſche aus dem Bottig genommen, wird derſelbe ſofort mit kaltem Waſſer ausgewaſchen, dann bleibt er eine halbe Stunde ruhig ſtehen, ſo⸗ dann wird er mit lauwarmem Waſſer und ſcharfem Sande vermittelſt ſtumpfer Beſen ſtark geſcheuert; dem⸗
naͤchſt mit einer Lauge von friſchem Kalke und Holz—
aſche 80 Grad Reaumur heiß, dieſe Arbeit wiederholt, und eine Viertelſtunde ſtehen gelaſſen. Hierauf wird er wieder mit warmem Waſſer und Sand gut ausge— rieben, demnaͤchſt mit durch Zuſatz von Waſſer ver— duͤnnter Schwefelſaͤure*)(4 Grad Aerometer) gut aus⸗
*) Es iſt wohl nicht zu befuͤrchten, daß die ſo erleuchtete
preußiſche Steuerbehoͤrde gegen die Anwendung von 6 Ge⸗ faͤßen Einwendung machen werde, da ſie nie der Forde⸗ rung des Ertrages der Gewerbe nachtheilig entgegen zu treten beabſichtigt, doppelt ſo viel kleine Gefaͤße nicht mehr enthalten, als halb ſo viel noch einmal ſo große, Theilung des Gaͤhrmittels auf 2 Tonnen, die nicht zu gleicher Zeit eingemaiſcht werden, der einen aber abſolut im Ertrage nachtheilig iſt.
*½) Sehr zweckmaͤßig, da bekanntlich die ſtaͤrkere Saͤure die
ſchwaͤchere zerſtoͤrt.


