Druckschrift 
Die Verhandlungen der gewerblichen Abtheilung der Versammlung deutscher Landwirthe zu Potsdam / ... hrsg. v. [August] Gebel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

geſtrichen; unmittelbar dahinter aber raſch mit kaltem Waſſer nachgewaſchen. Entſtehen hierbei weiße Flok⸗ ken, ſo hat ſich bereits Eſſigſaͤure gebildet, und es iſt daher auf ihre Vertilgung um ſo groͤßere Sorg falt zu verwenden. Nun wird endlich das Gefaͤß mit Kalk uͤberſtrichen, ſo eine Viertelſtunde ſtehen gelaſſen, dann tuͤchtig mit warmem Waſſer gewaſchen und 24 Stun⸗ den der Austrocknung der Luft uͤberlaſſen, ſo daß man in der Gaͤhrkammer jedesmal auf einen Tag Gaͤhr⸗ bottige uͤbrig haben muß wer z. B. bei viertaͤgiger Maiſche taͤglich 2 Bottige abbrennt, deren 10 aufgeſtellt haben muß, wenn man den gefaͤhrlichen Feind die Bildung von Eſſigſaͤure vermeiden will. Auf dieſe Art laͤßt ſich das Geheimniß hohen Ertrages einer Kartoffelbrennerei auf folgende 4 Hauptpunkte zuruͤckfuͤhren: mehlreiche Kartoffeln; gutes Malz von vorzuͤglicher Gerſte; kraͤftiges, ſtets gleichwirkendes Gaͤh⸗ rungsmittel, und hoͤchſte Reinlichkeit in allen Gefäßen, mit denen ohne Ausnahme wie oben angegeben, ver⸗ fahren wird.

Mit Oelfarbe die Gefaͤße anzuſtreichen, wurde von Herrn ꝛc. Livonius in Uebereinſtimmung mehrerer Mit⸗ glieder fuͤr nachtheilig, und eben ſo wenig die An wendung von Chlor fuͤr vortheilhaft gehalten.

Noch legte Herr Reg.⸗Direktor Gebel die Frage vor: ob noch keine Verſuche zu Entfernung der Schaa⸗ len von der Maiſche gemacht worden, und welcher Er folg davon entſtanden? worauf mehrere Mitglieder an⸗ zeigten: daß das Verfahren zu muͤhſam und zu koſt bar ſei, um allgemeine Anwendung zu finden, daher auch uͤberall die Schaalen beigelaſſen wuͤrden.

Ingleichen richtete der Vorſtand an die Verſamm⸗ lung die Frage: ob man wohl waͤhrend der Gaͤhrung