21
Hiernaͤchſt wurde Herr Oberamtmann Livonius um die Gefaͤlligkeit erſucht, ſein, bekanntermaßen von dem ausgezeichnetſten Erfolge begleitetes Verfahren mitzuthei— len. Derſelbe gab an: 36 Stunden vor dem Einmai— ſchen wird mit der Hefenbereitung angefangen; es wird dazu 1 Pfund nicht zu fein geſchrotenes Gerſtenmalz auf 1 Scheffel Kartoffeln zu 108 Pfd., mithin zu einer Einmaiſchung von 36 Scheffel Kartoffeln in ei— nem Bottig von 2400 Quart Inhalt, 36 Pfd. Ger⸗ ſtenmalzſchrot genommen. Dieſer letztere wird dann mit 36 Quart Waſſer zu 60 Grad Reaumur warm eingemaiſcht. Das Einmaiſchgefaͤß wird in die Hefen— kammer geſtellt, welche eine Temperatur von 12 bis 13 Grad Reaumur hat. Hier bleibt die Hefe 24 Stunden ſtehen, und muß auf 22 Grad abgekuͤhlt ſein, wo ſie alsdann mit 1 Loth Preßhefe auf 1 Pfund Malzſchrot angeſtellt wird, und 12 Stunden ruhig ſte— hen bleibt. Ein Zeichen ihrer Guͤte iſt, wenn ſich auf der Oberflaͤche nirgends ein Durchbrechen durch die ſtarke Decke zeigt. Kommt nun die Zeit heran, wo die Ein— maiſchung der Kartoffeln vor ſich gegangen, ſo werden drei Eimer, zu 10 Quart Inhalt, Kartoffelmaiſche und drei Eimer kaltes Waſſer zuſammengemiſcht, derge— ſtalt, daß ein Waͤrmegrad von 22 Grad Reaumur ent— ſteht, und dieſe Miſchung der Heſe beigeſetzt, und ſehr genau mit ihr untereinander gemengt. Bevor indeß dieſe letzte Verrichtung vorgenommen wird, muß die MNutterhefe abgenommen, in ein beſonderes Gefaͤß ge⸗ than, weggeſtellt, zugedeckt und in der Hefenkammer aufbewahrt werden um des andern Tages ihre Anwen— dung ſtatt der Preßhefe 12 Stunden vor dem Einmai— ſchen zu finden. Auf dieſe Art wird nun Tag fuͤr Tag fortgefahren, und iſt nur noch dabei zu bemerken: daß fuͤr jede Maiſchtonne eine beſondere Hefenbereitung


