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Die Verhandlungen der gewerblichen Abtheilung der Versammlung deutscher Landwirthe zu Potsdam / ... hrsg. v. [August] Gebel
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tet wird, 480 Prozent Ausbeute gewonnen werden koͤnn⸗ ten, ſo wurde keine beſondere Wichtigkeit weiter auf dieſes Verfahren gelegt.

Herr Amtsrath Carve bemerkte, daß er das Fi⸗ ſcherſche Gaͤhrungsmittel aufgegeben, und ſtellte es ſich durch mehreres Beſprechen heraus: daß auch aus andern Brennereien dieſes Gaͤhrungsmittel verdraͤngt worden.

Herr Oberamtmann Jacobs trug das in ſeiner Brennerei gebraͤuchliche Gaͤhrungsmittel, wie folget vor: Zur Bereitung deſſelben fuͤr einen Gaͤhrungsbottig von 2300 Quart Inhalt zu 30 Scheffel Kartoffeln, den Scheffel zu 106 Pfund, ſind drei Hefengefaͤße, jedes zu 90 Quart noͤthig. Hiervon nimmt man eines, und maiſcht in daſſelbe 3 ½ Pfd. Gerſtenmalz und 6 ½ Pfd. rohen Roggenſchrot mit 10 Quart 60 Grad nach Reaumur heißem Waſſer ein. Dieſe Einmaiſchung ge ſchieht kurz vor der Beendigung der Einmaiſchung der Kartoffeln in dem Vormaiſchbottig, damit ſofort nach Beendigung der letztern zwei Eimer Kartoffelmaiſche zu 10 Quart Inhalt jeder abgenommen, und zu obi⸗ ger Schrotmaiſche hinzugefuͤgt werden koͤnnen. Dieſe Maſſe wird tuͤchtig durchgemaiſcht, und dann in einen fuͤr ſie beſtimmten Raum geſtellt, welcher zwiſchen 17 bis 18 Grad Temperatur enthaͤlt. Nach 12 Stunden wird dieſe Hefe mit 12 Loth kohlenſaurem Natrum*) angeſtellt, wonach ſich im Verlaufe von abermaligen 12 Stunden eine leichte Gaͤhrung zeigt. Dieſe laͤßt man 12 Stunden andauern, wodann zur Verſtaͤrkung der⸗ ſelben wieder 8 Loth kohlenſaures Natrum zugeſetzt wer⸗

*) Natrum bicarbonicum, welches neuerlich von G. Krauß empfohlen worden, iſt zu theuer, und leiſtet keinen ver⸗ hältnißmaͤßig groͤßern Nutzen, wie die erforderliche Menge des Einfachen; cremor tartari beigeſetzt erhoͤht in etwas die Guͤte des Sfiritus, vermindert aber ſicher den Ertrag.

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