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Die Verhandlungen der gewerblichen Abtheilung der Versammlung deutscher Landwirthe zu Potsdam / ... hrsg. v. [August] Gebel
Entstehung
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die Entwicklung des Graskeimes zu einem erhoͤhten Streifen unter der Epidermis von dem einen Ende des Gerſtenkornes bis zum andern auf der dem Kerbe entgegengeſetzten Seite.

Hiernaͤchſt fuhr Herr Amtsrath Carwe fort: wenn das Pelzmalz gehoͤrig gewachſen, wird es mit der Hand ſorgfaͤltig zerkleinert, dann in Schwitzhaufen gebracht und aus dieſen ſofort mit Walzen gequetſcht, indem dieſe Arbeit im hoͤchſten Grade mangelhaft ausfallen wuͤrde, wenn das Malz vor dem Quetſchen trocken ge⸗ worden. 4

Herr Zenker war der Anſicht: daß das Pelzmalz nicht das vorzuͤglichere ſei, er bereite ſein Malz wie die Brauer, nur laſſe er es etwas laͤnger wachſen, und wenn gleich dies ſchwieriger zu bereiten ſei, ſo erziele er doch dadurch einen hoͤheren Ertrag.

Herr Oekonom Schwarz aus Fulda bemerkte: daß nach ſeinen 15jaͤhrigen Erfahrungen das gruͤne Malz unregelmaͤßige Gaͤhrung herbeifuͤhre; dieſer Gegenſtand noch nicht gehoͤrig feſtgeſtellt ſei, und er deshalb um anderweitige Verſuche und Mittheilung von andern Bren⸗ nereibeſitzern bitte.

Herr Zenker gab noch unter Beiſtimmung der uͤbri⸗

gen Herren an: daß das gruͤne Malz 24 Stunden in

Schwitzhaufen erhalten werden muͤſſe.

Herr Amtsrath Carwe ging uͤber auf ſein Ver⸗ fahren bei der Einmaiſchung. Daſſelbe iſt folgendes: Nach dem Quetſchen des Malzes wirft er auf 1 Schffl. Kartoffeln 2 ½ Quart kaltes Waſſer im Herbſte et⸗ was weniger im Fruͤhjahre etwas mehr in den Ver⸗ maiſchbottig, ſchuͤttet dann das gequetſchte Malz auf einmal herein und laͤßt es durch Maiſchhoͤlzer zu einem duͤnnen Brei ſchlagen. Dann werden die gegquetſchten