13
Hiernaͤchſt trug Herr Amtsrath Carwe ſein Ver⸗ fahren bei Bereitung des gruͤnen Malzes vor. Daſ⸗ ſelbe beſtand ohngefaͤhr in demſelben Verfahren, wie ſolches bereits in der geſtrigen Verhandlung aufgefuͤhrt iſt. Herr Amtsrath Carwe verlangte aber dabei noch: daß die Waͤrme der Gerſte im Spitzhaufen auf 18— 20 Grad Reaumur geſteigert werde.
Außerdem empfahl er noch vor dem Umkehren des zuſammengewachſenen Malzes eine genaue Theilung deſ⸗ ſelben in gleichmaͤßige, viereckige Stuͤcke, und ein ge— naues Umkehren derſelben mit dem Bemerken: daß, wenn ja die Gerſte auf der aͤußeren Seite zu trocken geworden ſein ſollte, dieſem Uebelſtande durch ſorgfaͤl— tiges, ſanftes Ueberbrauſen mit Waſſer abgeholfen wer— den muͤſſe, damit auch dieſe Gerſte gehoͤrig keimen kͤͤnne. Sollte ungekeimte Gerſte im Uebermaaße vor— handen ſein, ſo muͤſſe dieſelbe mit einem ſtumpfen Beſen zuſammengefegt und zum Wachſen in einen be— ſondern Haufen geſetzt werden.— Was die Laͤnge des zu erzielenden Keimes anlange, ſo koͤnne derſelbe einen Zoll lang wachſen, er brauche uͤberhaupt nur nicht gruͤn zu werden, dann kͤnne er nicht lang genug wachſen.
Hierzu bemerkte Herr Oberamtmann Weyhe: daß ſeiner Anſicht nach es ſehr vortheilhaft ſei, die Gerſte aus der Hoͤhe hinab in den Quellbottig fallen zu laſ⸗ ſen, und die dringende Nothwendigkeit vorliege die Unkrautſaͤmereien, und namentlich die Oelſaͤmereien bei dieſer Gelegenheit abzuſondern. Was das Keimen an⸗ lange, ſo ſei es je nach der Qualitaͤt der Gerſte in dieſem oder jenem Jahre ungewiß wie lang man die Keime derſelben wachſen laſſen muͤſſe; das ſicherſte Kennzeichen in dieſer Hinſicht ſei:


