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Die Verhandlungen der gewerblichen Abtheilung der Versammlung deutscher Landwirthe zu Potsdam / ... hrsg. v. [August] Gebel
Entstehung
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Kartoffeln nach gerade dazu gethan und durch 4 6 Mann bis an das Ende der Operation tuͤchtig durch⸗ geſchlagen. Dabei iſt darauf ſtreng zu achten, daß die Temperatur der Maiſche ſich zwiſchen 50 55 Graden Reaumur erhaͤlt. Hiernaͤchſt bleibt ſie 1 ½ Stunden auf dem Vermaiſchbottig ſtehen bis daß ſich kleine Riſſe und Blaͤschen in der Oberflaͤche zeigen. Die Maſſe hat dann ihre hoͤchſte Zuckerbildung erreicht, und muß ſofort auf das Kuͤhlſchiff gebracht werden. Zur richtigen Erken⸗ nung dieſes Momentes giebt es kein Inſtrument, ſon dern dieſelbe bleibt lediglich dem menſchlichen Auge und der Zunge uͤberlaſſen. Das Abkuͤhlen muß ſo raſch wie moͤglich herbeigeruͤhrt werden. Von dem Kuͤhl ſchiffe wird die Maſſe alsdann in die Gaͤhrungsbottige gelaſſen, und ſo viel Stellwaſſer dazugethan, daß die Maſſe je nach der Localitaͤt und Temperatur der aͤu⸗ ßern Luft 14 18 Grad Waͤrme erreicht.

Hiergegen bemerkte Herr Oberamtmann Weihe in Uebereinſtimmung mit Herrn Amtsrath Gumprecht: wie ſie nicht der Meinung beiſtimmen koͤnnten: daß zur Zuckerbildung 1 ½ Stunde erforderlich ſeien; daß viel⸗ mehr je nach dem Lokale und der Witterung X bis Stunden dazu ausreichen.

Bei dieſem Gegenſtande wurde noch vom Herrn Amtsrathe Cochius bemerkt, daß ein bekannter tuͤch⸗ tiger Chemiker Hert Fiſcher es fuͤr vortheilhaft halte, das zerquetſchte Malz in einem beſondern Gefaͤße mit Waſſer erſt einruͤhren, und dann waͤhrend der Maiſchung nach Verhaͤltniß der Maſſe hinzu ſchuͤtten zu laſſen.

Hiermit erklaͤrten ſich Herr Amtsrath Gumprecht und Herr Oberamtmann Weyhe nicht einverſtanden.

Was die Maiſchgefaͤße anbetrifft, ſo war man daruͤber einverſtanden: daß ſie am zweckmaͤßigſten von