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Zweiter Abſchnitt. Das Schaaf und die Wolle.
Erſtes Kapitel. Das Schaaf als Thier.
§. 24. Das Schaaf, welches zu der Klaſſe der wieder⸗ kaͤuenden Thiere gehoͤret, hat außer dieſer Eigenſchaft mit den uͤbrigen noch manches gemein, bildet aber mit ſeines Gleichen wegen beſonderer Eigenthuͤmlichkeiten ein beſonderes Geſchlecht.
Das Schaafgeſchlecht unterſcheidet ſich von den andern Wie— derkaͤuern:
1. durch eine beſondere Groͤße, durch beſondere Theilverhaͤltniſſe ſeiner Glieder, . durch eine beſondere Art von Hautgeflecht, es iſt fei— ner und loſer; 4. durch einen ſtarken Trieb zur Ausduͤnſtung, und endlich 5. durch eine beſondere Art von Haare.
Seine Entwickelungs-⸗Periode dauert, wenn ſie nicht verkuͤrzt wird, bis in das fuͤnfte Jahr. Denn mit dieſem wird erſt die Zahl der Zaͤhne voll. Moͤglicher Weiſe koͤnnte es alſo ohngefaͤhr 40 Jahr alt werden.
Nicht immer gelten die Zaͤhne als Kennzeichen des Alters. Bald ſchieben einige fruͤher, als um die gewoͤhnliche Zeit, bald ſpaͤter.
Sein Auge reicht nicht weit. Sein Gehoͤr aber iſt ſcharf.
Sein Geruch iſt ſehr ſcharf; dies beweiſ't es ſowohl bei der Auswahl der Nahrung, als ſeines Standes und Lagers.
Sein Geſchmack iſt ſehr genau unterſcheidend.
Alles Anſchauliche faßt es lebhaft auf.
An der Haut iſt das Schaaf ſehr empfindlich. Es merkt auf das leiſeſte Anfuͤhlen ſeiner Haare, und ſucht gleich auszuweichen, auch wenn man nicht von ihm geſehen werden kann.
Im geſunden Zuſtande zeigt das Schaaf eine ſehr große Be— gierde nach Nahrung. Daher ſchadet es ſich lo leicht nach langem Hungern.
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