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der Wollpreiſe. 115
eine voruͤbergehende allgemeine Verminderung iſt immer leichter zu erwarten, als eine Vermehrung.
Auf erlittene nachtheilige Veraͤnderungen ſtrebt in— deſſen der Beſitzer immer wieder nach der Wiederher⸗ ſtellung eines angemeſſenen Gleichgewichts ſeines Schaaf⸗ Beſtandes zur Wirthſchaft, indem er denſelben nicht allein um der Wolle willen haͤlt, und beim gewoͤhnlichen Gang der Sache ſchwebt die jaͤhrliche allgemeine Wollerzeugung eines Landes zwiſchen 5 und 10 Prozent auf und ab.
Die Conſumtion wollener Waaren wird bedingt durch Klima, Verfaſſung, Sitten, Staats⸗Beduͤrfniſſe und Erwerbs⸗Vermoͤgen eines Volks.
Vergebliche Hoffnung, einen eben anwachſenden Staat oder ein neuentdecktes Volk ohne Tauſch⸗Vermoͤ⸗ gen als einen unausfuͤllbaren Canal von Beduͤrfniſſen zu betrachten, ſo lange man jene Fundamente aller Con⸗ ſumtion von denſelben noch nicht kennt.
Voruͤbergehend wirken auf das allgemeine Beduͤrf⸗ niß wollner Waaren anhaltende Erſcheinungen in der Temperatur und Ruͤſtungen; bleibender dagegen die Sit⸗ ten und das Erwerbs⸗Vermoͤgen eines Volkes.
In Zeiten eines allgemeinen Drucks z. B. iſt es keine Kleinigkeit, wenn bei 20— 30 Millionen Wolle tragender Menſchen ein Kleidungs⸗Stuͤck, welches bis⸗ her alle 4 oder 3 Jahre erneuert wurde, um ein Jahr laͤnger aushalten muß.
Es iſt aber leicht anzunehmen, daß die allgemeine Conſumtion wollener Waaren ſich jaͤhrlich eben ſo wohl, als die Production um erhoͤhen oder erniedrigen kann.
Treffen nun von beiden Seiten gleichzeitig entge— gengeſetzte Veraͤnderungen zuſammen, ſo kann das Ver⸗ haͤltniß der augenblicklichen Vorraͤthe zum Bedarf ſehr hoch zu ſtehen kommen. So geben z. B. ½ Wolle mehr
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