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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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114 XXIII. Ueber die Grundlagen

1 vorwaͤrts. Nach 4 Generationen z. B. ſteigt ein weib⸗ V d 3 licher Stamm von 100 Stuͤck Hoͤhenſchaafe nach Ab⸗ V d zug von 20 Prozent jaͤhrlich auf 631 Stuck gleichen Geſchlechts, bei 15 Prozent auf 714, bei 10 Prozent V d auf 950, und bei 5 Prozent Verluſt auf 1235 Mutter⸗ V ſchaafe. Ja nach dem Zulaſſungs-Alter von 1ꝛ½ oder 2 b b 6 Jahren betraͤgt die Dauer der 4 Generakionen 14 oder 18 Jahre.

Aber auch bei einem geſchloſſenen Etat koͤnnen noch bedeutende Vermehrungen ſtattfinden, naͤmlich durch einen groͤßeren Aufwand an Nahrung; durch laͤngere Beibehaltung eines Theils der ſonſt Ueberzaͤhligen; durch Vermehrung der Zuzucht von dieſen Ueberzaͤhligen, end lich durch Zulaſſung der Jaͤhrlinge um 1 Jahr fruͤher, wenn ſie bis dahin erſt im Alter von 2 ½ Jahren zuge⸗ b laſſen wurden, vorausgeſetzt, daß die wirthſchaftliche Einrichtung eine ſolche Veraͤnderung in der Nahrungs⸗ Verwendung erlaubt; ſo daß in einzelnen Heerden der jaͤhrliche Woll-Ertrag ſich um X leicht vermehren

kann. Nehmen wir den Beſtand eines Landes auf 12 Millionen Schaafe, und darunter nur den dritten Theil V der Wirthſchaften an, bei denen eine ſolche Vermehrung moͤglich waͤre, ſo haͤtten wir in einigen Jahren leicht 1 Million Schaafe, alſo 2 Millionen Pfund Merinos⸗ Wolle mehr. b Auf die entgegengeſetzte Weiſe und in einem hoͤhe⸗

ren Grade kann eine Minderung der Woll⸗Erzeugung V

entſtehen. Denn zu einer abſichtlichen Veraͤnderung des Unterhalts und der Stuͤckzahl der Heerden koͤnnen durch b jahrelange unguͤnſtige Witterung und gewaltſame Auf⸗ 1

loͤſungen derſelben unberechenbare Verluſte hinzutreten, 1 welche die allgemeine Woll-Production nach wenigen V Jahren auf ¾ oder ¾³ leicht herabſetzen koͤnnen. Und