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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
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104 XVIII. Ertrags⸗Vergleichung zwiſchen hoch⸗

Schaaf ebenſowohl der Surrogate, als das Merinos. Das letzte bedarf aber eben ſo wenig der Koͤrner, als das veredelte, wenn es gewoͤhnliches Futter in gehoͤriger Beſchaffenheit und Menge bekommen kann. Es bedarf auch nicht mehr Nahrung, als dieſes. Wobei das Me⸗ rinos zu Grunde geht, dabei kann das veredelte auch nicht beſtehen, und um ſo weniger, als eine jede in der Umwandlung begriffene Raſſe nicht die koͤrperliche Dauerhaftigkeit beſitzt, als eine darin vollendete. Dieſe Erfahrung bietet ſich erſt nach vielfaͤltigen Beobachtun⸗ gen dar. Soll die Wolle eines veredelten Schaafes in beſter Beſchaffenheit und Menge erzeugt werden, deren daſſelbe faͤhig iſt, ſo bedarf es derſelben Nahrung, War⸗ tung und Pflege wie das Merinos bei gleicher Aufgabe. Einwuͤrfe durch Beiſpiele mit dem Minimum von Nah⸗ rung zur Lebensfriſtung verwaiſeter Heerden gelten hier nicht. Die Rede iſt hier von den Bedingungen der beſten Nutzung. Das veredelte kann ſo wenig hun⸗ gern, wie das Merinos, ohne die Wolle fahren zu laſ⸗ ſen; in naſſen Jahren gehen, wenn ſie nicht in Acht ge nommen werden, veredelte Heerden ſo wohl verloren, als Merinos-Heerden unter denſelben Umſtaͤnden; die veredelten ertragen nicht mehr Kaͤlte und Naͤſſe, als dieſe. Mit der Ueberwinterung der Merinos im Freien ſind im Gegentheil in Polen und Ungern gluͤckliche Ver⸗ ſuche gemacht worden, ob dies gleich nicht beſtaͤndiger Gebrauch werden koͤnnte; fuͤr die Zuzucht iſt das Me⸗ rinos eben ſo vortheilhaft, als das veredelte. Iſt es einmahl angewoͤhnt, ſo hat es in der Lebensdauer noch Vorzuͤge. Schreiber dieſes kennt mehr als ein Beiſpiel, daß ſelbſt verſetzte Schaafe noch im 15. Jahre Laͤmmer bekommen haben, und noch im 20. Jahr mit auf die

Weide gingen.

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