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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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der Paarung. 83

Wochen iſt man allgemein einverſtanden. Was aber leicht uͤberſehen werden kann, iſt der Umſtand, daß die Laͤmmer, je beſſer die Muttermilch geweſen, und je ma gerer das Futter iſt, welches darauf folgt, ſichtbar ver⸗ fallen, und im Wachsthum zuruͤck bleiben.

Ueber den Stand der Veterinaͤr⸗Wiſſenſchaft.

Die Veterinaͤr-Wiſſenſchaft in Betreff des Schaaf⸗ Geſchlechts iſt an ſich wohl ſo weit gediehen, als es ohne Selbſt⸗Erfahrung der Aerzte uͤber die Entſtehungs⸗ Arten der Krankheiten moͤglich ſein kann. Und ſo lange denſelben keine Gelegenheit gegeben wird, auf Koſten der landwirthſchaftlichen Vereine ſyſtematiſche Verſuche mit Weiden, Futter und Traͤnke auf Tod und Leben wiederholt anſtellen zu koͤnnen, ſo lange wird Kluges und Fades daruͤber geſprochen und geſchrieben werden.

Allgemeine Fingerzeige, der Wahrheit naͤher zu kom men, giebt die taͤgliche Erfahrung an die Hand.

Man will es zwar paradorx finden, daß die wich⸗ tigſten Schaaf-Krankheiten, des Gehirn- und Ruͤcken Marks und des Blutes zunaͤchſt in der Art der Genuͤſſe ihren Grund haben ſollen, und doch erweiſet ſich dies wiederholt auf eine unbeſtreitbare Weiſe. Warum zei gen ſich dieſe Krankheiten in einem Jahre geringer, als im andern? Warum geht die Drehkrankheit bei verſtaͤrk ter Einwirkung ſchlechter Weide in die Knupper uͤber? Warum kann eine Heerde noch im Stalle von Bleich und Waſſerſucht befallen werden? Warum bleibt die naͤmliche Heerde auf dem einen Vorwerk davon befreit, und, wenn ſie verſetzt wird, auf dem andern nicht, wenn die Urſachen nicht in der Natur der Weide, des Futters oder des Waſſers laͤgen? Waͤren dieſe in der Beſchaffen⸗

heit der Luft begruͤndet, warum wiederholen ſich denn 6*