84 XIV. Ueber den Stand d. Veterinaͤr⸗Wiſſenſchaft.
dieſelben Erſcheinungen immer auf derſelben Stelle? Beiſpiele hieruͤber anzufuͤhren iſt ganz uͤberfluͤſſig, indem ſich ein Jeder, welcher bei der Schaafzucht nur einige Jahre verweilt hat, vom Geſagten uͤberzeugt halten wird. Durch dieſe Erweiſe wird aber die Vererblichkeit der einen oder andern der erwaͤhnten Krankheiten noch nicht aufgehoben, obgleich es noch nicht erwieſen iſt, daß ein mit zerſtoͤrtem Gehirn- oder Ruͤckenmark be— haftetes maͤnnliches Individuum noch zeugungsfaͤhig ſei, wiewohl dieſelben Folgen von einer bloßen Dispoſi⸗ tion vielleicht unbedingt koͤnnen angenommen werden.
Schluß.
Die bisherige Darſtellung der Grundſaͤtze, nach denen bei der Merinos-Schaafzucht verfahren werden muß und wird, iſt zu oberflaͤchlich, um fuͤr ein voll— ſtaͤndiges Syſtem zur Selbſtbelehrung gelten zu koͤnnen; ſie iſt aber ausfuͤhrlicher, als ein encyelopaͤdiſcher Artikel deſſelben Inhalts ſein kann, und dienet dem Landwirth— ſchafts⸗Befliſſenen zur Hinweiſung auf den richtigen Weg und zur richtigen Beurtheilung anderer Schriften, deren Lectuͤre nicht verſaͤumt werden darf, waͤhrend ſie zugleich dem unbetheiligten Liebhaber der Sache eine kurze Ueberſicht des Geſchichtlichen und der Verfahrungs⸗ Weiſe bei der Schaaf-Haltung gewaͤhret.
Es waͤre noch manches Nuͤtzliche uͤber die Art, wie das Waſchen und Scheeren auf verſchiedenen Guͤtern vollzogen wird, zu ſagen. Allein dies wuͤrde die gegen— waͤrtige Darſtellung zu weitlaͤuftig machen. Anziehen⸗ der wird es dagegen manchem geehrten Leſer ſein, die Namen ſolcher Herrſchaften und Landguͤter hier bei⸗ ſammen zu finden, auf denen gegenwaͤrtig die Merinos⸗ Schaaf⸗Zucht vorzugsweiſe getrieben wird.
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