8² XIV. Ueber die Beſtimmung
Vortheile dieſer Einrichtung, ſo waͤren es folgende. Fuͤr's erſte eine kraͤftige Ernaͤhrung des Embryo vermoͤge der guten Sommerweide; ferner der Genuß einer nahrhaf— teren Muttermilch und eines nahrhafteren Futters gleich nach der Geburt im Vorwinter, folglich Kraͤftigkeit des Koͤrpers von Anfang an; alsdann mehr, und wenn nicht eine in jeder Ruͤckſicht beſſere, doch eine ſanftere Wolle, als bei Laͤmmern, welche im tiefen Winter geboren wer⸗ den. Ob aber in derſelben Nutzungs⸗Periode 1 Lamm mehr zu rechnen ſei, als von Schaafen, die im Maͤrz geboren ſind, dies hebt ſich beim erſten Ueberblick, indem zwiſchen dem naͤchſtvorhergehenden Monat November und der naͤchſten Verkaufzeit im letzten Lebens-Jahre keine weitere Lammung ſtattfinden kann. Wollte man aber einwenden, das November-Lamm koͤnne ſchon im zwei— ten Lebens⸗Jahre, das Maͤrz⸗Lamm aber erſt im dritten zur Paarung gelaſſen werden, ſo laͤßt ſich dieſer Ein— wurf durch die Anwendbarkeit deſſelben Aufwandes bei Maͤrz⸗Laͤmmern widerlegen. Finden aber bei November⸗ Laͤmmern außer einem beſſeren Woll-Ertrage, welcher uͤbrigens die uͤberſchießenden Koſten nicht zu decken ver— mag, ſonſt noch weſentliche Vortheile ſtatt, ſo beſtehen ſie erſtlich in der fuͤr die Schaafmeiſter wohl zu beruͤck— ſichtigenden Erleichterung der Pflege der Muͤtter und Laͤmmer waͤhrend des tiefen Winters, und alsdann in der Faͤhigkeit der letzten, fruͤher auf die Weide gehen zu
koͤnnen, als die Maͤrz⸗Laͤmmer, und auch gewoͤhnliche
Winternahrung zu ſich zu nehmen.
Nur die Verſetzung der Lammzeit erfordert einige
Jahre, es ſei denn daß man Fruͤh- und Spaͤtlaͤmmer
zugleich haben will. Im letzten Fall laſſen ſich die
ſtaͤrkſten Zutreter fuͤr die November-Laͤmmer waͤhlen. Ueber die Dauer der Saͤuge-Zeit von 11— 12


