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uͤber die Ernaͤhrung. 55
gaͤngig naſſen Sommer⸗Weide der Fall. Alsdann iſt aber dieſe Vorzuͤglichkeit nur ſcheinbar. Die Sanftheit gewinnt auf Koſten der Elaſticitaͤt der Wolle und— der Geſundheit der Schaafe. Genug: ſelten iſt das Vließ eines erwachſenen Schaafes dem vorjaͤhrigen gleich. Geſtalt, Laͤnge und Schein der Wolle zeigen ſich jedes Jahr anders. So wie man Jemand vexiren kann, wenn man ihm die naͤmliche Wollflocke nach wiederholtem Wenden und Druͤcken immer wieder als eine neue Probe zur Pruͤfung der Sanftheit in die Haͤnde giebt, eben ſo iſt es auch der Fall mit 3— 4 hintereinanderfolgenden Vließen von dem naͤmlichen Schaaf im geſunden Zu— ſtande und in ſeinen beſten Jahren. Keines iſt dem an— dern gleich, und die Wiedererkennung gelingt ſelten. Daher oft das UÜirtheil der Kaͤufer, welche weder das Verhalten der Generationen zum Ganzen, noch den Ein— fluß der Nahrung kennen, uͤber ploͤtzlichen Ruͤckgang der
ganzen Heerde, woruͤber doch nur allein die Jaͤhrlings⸗
Wolle jedesmal entſcheiden kann.
Bei Verſetzungen der Schaafe von einem Vorwerk auf das andere, aus einer Gegend in die andere ergeben ſich aͤhnliche aber bleibende Veraͤnderungen, die ſowohl zum Vortheil als Nachtheil gereichen koͤnnen, je nach⸗ dem die fruͤheren Umſtaͤnde waren. Der Wechſel einer vorzuͤglichen Nahrung und ſtrengen Diaͤt mit rauherem Futter und mehr Freiheit im Genuß laͤßt die Wolle auf demſelben Schaaf ſchon nach Verlauf eines Jahres nicht wieder erkennen.
Dieſer ſo weſentliche Punkt bei der Schaafhaltung, naͤmlich der Einfluß des Qualitativen der Nahrung auf die Wolle und die gleichzeitig mitſchreitenden Kennzeichen an jedem hervorwachſenden Theil des Wollhaares war im Anfang meiner Beſchaͤftigung mit der Wollzucht


