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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
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54 XII. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen

miſchung mit anderen Raſſen ſtattgefunden hat. Bei öͤfterer und haͤufiger Unterſuchung dieſer Flaumhaare wird man einzelne finden, welche an dem einen Ende bis zur Haͤlfte und daruͤber die Feinheit des Flaumes, und an dem andern die Dicke der uͤbrigen langen Haare haben. Es iſt noch eine Frage, ob der Ziegenflaum bei einer reichlicheren als gewoͤhnlichen Nahrung nicht aͤhn liche Veraͤnderungen erleiden, oder zuletzt gar verſchwin den duͤrfte. Beobachtungen hieruͤber haben wir wohl vom Herrn Doctor Lenz in Schnepfenthal zu erwarten.

Ein anderes Beiſpiel von der Wirkung zu karger Nahrung liefert uns auch das zahme Gefluͤgel. Bei kaͤrglicher Nahrung zeigen Gaͤnſe und Enten auf der Haut kleinere ſtumpfe Federn zwiſchen den anderen, wel ches weit weniger oder gar nicht der Fall iſt, wenn ſie gehoͤrig gemaͤſtet ſind.

Bei kaͤrglicher Nahrung, welches beſonders im Fruͤh jahr der Fall iſt, wenn die Stallfuͤtterung aufgehoͤret hat, und die Weide noch knapp iſt, leidet die feinſte zarteſte Wolle am erſten, indem ihr zu wenig Kraft bleibt, dem Druck der Atmoſphaͤre, und noch weniger dem Winde zu widerſtehen, um ſich aufrecht zu halten. Sie verfaͤllt daher in all den fehlerhaften Wuchs mit Knoten u. ſ. w., der ihr in den Augen des Fabrikanten ſo ſehr den Werth benimmt. Kurz das Wollhaar iſt auf allen ſeinen Punkten der Nahrungs-Barometer des Koͤrpers, von dem es getragen wird.

Woher anders der jaͤhrliche Wechſel in der Beſchaf⸗ fenheit und dem Gewichts-Verhaͤltniß der Wolle einer und derſelben Heerde, als von der Verſchiedenheit der Weide⸗ oder Stall⸗Nahrung, oder beider zugleich? Hoͤret man doch die Kaͤufer einen ganzen Jahrgang vor dem andern loben. Gewoͤhnlich iſt dies nach einer durch⸗