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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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uͤber Raſſen, Woll⸗Art und Leitung der Zucht. 45

4) daß die Vorſchritte der Umwandlung zuletzt die Oberhand behalten, ohne welches keine vollſtaͤn⸗ dige Veredlung moͤglich waͤre.

Daraus fließen folgende Zuchtregeln: a) man ge⸗ brauche keinen Staͤhr, welcher irgend einen auffallenden Fehler hat; b) man vereinige nicht einerlei Fehler von beiden Seiten, duͤnn mit duͤnn, lang mit lang, klein mit klein u. ſ. w.; c) man verbinde aber auch nicht zu ſehr entgegengeſetzte Eigenſchaften, zu lang mit zu kurz; ſehr dicht mit ſehr duͤnn; ſondern d) man ver einige ſo viel wie moͤglich annaͤhernde Eigenſchaften mit einander.

Nur ein Punkt, welcher nicht ſo leicht ins Auge faͤllt, kann bei der Wahl der Zuchtthiere nicht genug zur Beruͤckſichtigung empfohlen werden. Er betrifft den gleichmaͤßigen Abſtand der Haare. Daß ein un gleicher Abſtand das Straͤngen und Zwirnen herbeifuͤhrt, und beſonders bei duͤnnem Stande alle anderen Fehler des Wuchſes in den Spitzen der Haare mit ſich fuͤhret, iſt bekannt. Es neiget ſich aber alle Merinos-Wolle da hin, auch bei dem dichteſten Stande ſich in Nadeln zu formiren. Man bemerkt dies ſogleich, wenn man die Wolle auf der Haut ſcheitelt. Diejenigen Staͤhre nun, welche den groͤßten Hang zeigen, ihre Wolle ſo zu ge ſtalten, duͤrfen bei der Einzelpaarung durchaus nicht mit aͤhnlichen Mutterſchaafen verbunden werden, indem alsdann dieſe Richtung der Haare, welche nur in der beſonderen Hautbildung ihren Grund haben kann, im mer mehr zunimmt. Dergleichen Entdeckungen gewaͤh ret nur die muͤhſame Leitung der Einzelpaarung. Jene iſt eine der wichtigſten in der Merinos-Schaafzucht. Meine eigene Ueberzeugung davon ſelbſt bei der unbe deutendſten Neigung der erwaͤhnten Art unter zwei Zucht⸗