46 XI. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen
thieren habe ich den aufmerkſamen Beobachtungen des Herrn Alſen auf Drewshof bei Elbing, wie ſo manche andere Erfahrung zu verdanken.
Indeſſen darf man die Forderungen an Merinos in Betreff des gleichmaͤßigen Abſtandes der Haare nicht auf das Aeußerſte treiben wollen, indem es nur hoͤchſt ſelten Exemplare giebt, in deren Wolle bei der Schei⸗ telung das unbewaffnete Auge keine Zwiſchenraͤume ent⸗ decken koͤnnte. Es koͤmmt alſo hier nur auf das Mehr oder Weniger an, wenn man freie Wahl hat.
Die Beurtheilung der Merinos⸗Laͤmmer in Be⸗ zug auf Wolle ſteht im Allgemeinen feſt. Die glatt⸗ gebornen haben den Vorzug, und unter dieſen ſolche, welche ſelbſt am Hinterkopf noch frei von laͤngeren Haaren ſind.
Ob die Haut uͤberall gut bewachſen iſt, oder nicht, lehret der Augenſchein durch Vergleichung des einen mit dem andern. Auf demſelben Wege findet man auch das feinere und dichter beſetzte. Ein genauer Beobachter kann ſelbſt aus der Art, wie dieſe Loͤckchen gewunden ſind, wenn er ſich daruͤber etwas anmerkt, durch Ver⸗ gleichung mit der Jaͤhrlings-Wolle deſſelben Schaafes, im Voraus manche Beſchaffenheit der kuͤnftigen Wolle erkennen lernen, ſo z. B. das kuͤnftige Knoten aus der ſeſteren Windung des Loͤckchens auf dem Lamm. In— deſſen laſſen ſich keine allgemeine feſte Regeln zu der⸗ gleichen genauen Unterſuchungen angeben.
Das kuͤnftig ſtaͤrkere Schaaf unterſcheidet ſich vom ſchwaͤcheren, abgeſehen von der Groͤße, durch breiteren Widerriß und Ruͤckgrat, ſo wie durch einen ſtaͤrkeren Hals und Kopf, durch einen ununterbrochenen Haar— beſatz am Hinterkopf und durch gerade Beine.
Bei der Auszeichnung der Laͤmmer findet alſo eine


