44 XI. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen
ſten Schein verbunden iſt. Eine aͤhnliche Erſcheinung finden wir, wenn wir das Vließ auf dem Koͤrper des Schaafes ſcheiteln. Das eine wird ſeine Wolle in einem hellern, das andere in einem truͤberen Scheine zeigen. Iſt nun die Gelegenheit vorbereitet, die Stammpaare nachzuſuchen, ſo wird in der Regel der hellere Schein von einer edleren Mutter herruͤhren. Doch iſt dieſe Art von Beurtheilung nur auf Individuen anwendbar, welche in demſelben Haufen von gleichem Alter ſind, und einer— lei Nahrung und uͤbrige Haltung genoſſen haben.
Was Staͤhre insbeſondere anlangt, ſo darf der Mangel an Hoͤrnern kein Hinderniß ihrer Wahl ſein. Nur vermeide man es, Staͤhre zu nehmen, deren Hoͤr⸗ ner keine vollen zweimaligen Windungen, oder gar die erſte noch nicht erreicht haben, wenn ſie erwachſen ſind. Schon ein Jahr nach der Geburt laͤßt ſich die Anlage des Hoͤrnerwuchſes beurtheilen.
In Ruͤckſicht der Verbindung zweier Individuen zur Paarung gelten folgende Saͤtze auch fuͤr die Woll⸗ Erzeugung als unumſtoͤßlich:
1) Vom maͤnnlichen Geſchlecht geht Alles aus. Die Vererbung der Wolle deſſelben iſt ſo getreu, daß
man abweichende Stellen von 3— 4 Quadrat⸗ Zoll an der Nachzucht auf derſelben Stelle wie⸗
derfindet; 1
2) daß das weibliche Geſchlecht keine Eigenſchaften, folglich auch keine Fehler des maͤnnlichen um⸗ wandelt;
3) daß die Umwandlung ungemeſſene Vor⸗ und Ruͤck⸗ ſchritte macht, aus denen ſich wenig allgemeine Regeln fuͤr die erſten ziehen laſſen; und daß ſie um ſo langſamer von ſtatten geht, je verſchiedener die gegenſeitigen Eigenſchaften ſind;


