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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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42 XI. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen

deren Einwirkungen auf die Sanftheit oder Sproͤdigkeit der Wolle das Gefuͤhl nicht zuverlaͤſſig genug iſt.

Bei der weiteren Eintheilung der Merinos⸗Wolle nach Feinheits⸗Graden laſſen ſich zwei verſchiedene Prin⸗ zipien anwenden. Entweder kann die Scala nach vor⸗ kommenden Seltenheiten, oder ohne dergleichen Ausnah⸗ men bloß nach dem Durchſchnitt entworfen werden, der ſich unter Anwendung der groͤßten Aufmerkſamkeit und der beſten Mittel bei einer Mehrheit ſolcher Heerden er giebt, und nach welchem ſich fuͤr die Praxis noch eine namhafte Menge von Individuen erzielen laͤßt. Z. B. wir entwerfen einen Maaßſtab von 3 bis 16 Grad Dollond, oder von 40 bis 12 Biegungen herab, und theilen dieſe Abſtufungen in 4 oder mehrere Abtheilun⸗ gen, ſo wuͤrden die aͤußerſten derſelben auf beiden Enden nur Ausnahmen enthalten. Wir haͤtten alſo eine erſte Abtheilung oder mehrere derſelben faſt ohne Gegenſtaͤnde in der Wirklichkeit.

Fuͤr die Praxis, beſonders bei der Zucht kommen folgende Abtheilungen mit der Wirklichkeit eher uͤberein, wenn wir die Endpunkte von 6 bis 11 Grad Dollond, oder von 15 bis 30 Biegungen ſetzen, und die Zwiſchen⸗ Abtheilungen, von denen fuͤr die Zuchtleitung noch zwei genuͤgen, nach Verhaͤltniß beſtimmen.

Die Begriffe von Vielwolligkeit und Dicht⸗ heit werden oft noch mit einander verwechſelt. Das Gewicht eines Vließes im gereinigten Zuſtande wird be⸗ dingt durch ſeine Groͤße und durch die Laͤnge und Menge der Wollhaare. Dieſe letzte aber fuͤr ſich genommen haͤngt von dem gegenſeitigen naͤheren oder entfernteren, oder, was daſſelbe iſt, von dem dichteren oder duͤnneren Abſtande der Haare auf der Haut ab. Bei der Wahl verdienet das dichter beſetzte Vließ unter uͤbrigens glei⸗