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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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uͤber Raſſen, Woll⸗Art und Leitung der Zucht. 41

genden dritten Schur, die Lammſchur mitgerechnet, fin det man ſchon mit dem vergroͤßerten Wuchſe des Haa⸗ res auch eine Veraͤnderung der Biegungen. Sie zeigen ſich naͤmlich groͤßer, ohngefaͤhr im Verhaͤltniß wie 4 zu 5 auf gleicher Laͤnge, und bleiben nach vollendetem Wachsthum des Koͤrpers ſo ſtehen.

Nur eine ſchnellwechſelnde und eine duͤrftige Nah⸗ rung kann die Biegungen des Merinos-Haares, deren es von Natur faͤhig iſt, unterdruͤcken. Aber bei verbeſ ſerter Nahrung zeigen ſie ſich auch wieder.

Dieſe Biegungen dienen alſo nicht bloß zur Beur theilung der Feinheit der Wolle, ſondern auch zur Beur theilung der Raſſe und der Haltung.

Optiſche Inſtrumente dieſer Art zeigen Sberhandt nur an einzelnen Haaren einzelne Theile. Will man einen Durchſchnitt haben, ſo muß man ein Haar auf mehreren Stellen meſſen, und zur Beurtheilung einer Mehrzahl von Haaren mehrere darunter vornehmen. Einen weit zuverlaͤſſigeren und bequemeren Maaßſtab aber giebt die Beſchaffenheit der Biegungen. Sie zei gen den Grad der Gleichheit, Feinheit und zum Theil den der ſanften Elaſtizitaͤt zugleich an. Uebrigens iſt in Betreff der Feinheit der Wolle zu bemerken, daß dem Fabrikanten uͤber einen gewiſſen Feinheitsgrad hinaus,

z. B. von 26 Bogen an, weit mehr an den uͤbrigen

Beſchaffenheiten der Wolle, als an einer hoͤheren Fein heit gelegen iſt. Hauptſaͤchlich gilt dies die ſanftere Elaſtizitaͤt. Da dieſe aber von der Geſtalt der Wolle und von der Nahrung zugleich abhaͤngt, ſo muß der Eigenthuͤmer ſchon bei der Wahl der Zuchtthiere auf die in gerader Linie ſtehenden Bogen als die erſte natuͤrliche Grundlage der Sanftheit ſehen, indem bei ſo vielen an