uͤber Raſſen, Woll⸗Art und Leitung der Zucht. 37
Schaafe, in ſo fern ſie zugleich die beſte Merinos⸗Wolle tragen.
Das Aeußere eines Schaafes entſcheidet nie uͤber die Wolle, ſobald es nicht offenbare Hinderniſſe an Koͤr⸗
per und Wolle zur Schau traͤgt, welche unſeren Abſich⸗
ten im Wege ſtehen, eben ſo wenig, als ein ſtarker Schweißtrieb uͤber die Natur des Schweißes.
Die Eintheilung aller Merinos-Wolle darf nicht zunaͤchſt nach Feinheits-Graden, ſondern ſie muß nach ihrer Geſtalt geſchehen. Zur Bezeichnung derſelben nach beſtimmten Groͤßen-Verhaͤltniſſen giebt ſie uns
ſelbſt Gelegenheit an die Hand. Wir kennen den Spiel⸗
raum des Laͤngen-Verhaͤltniſſes der Ausſtreckung des Merinos⸗Haares zu ſeiner natuͤrlichen Geſtalt oder Hoͤhe, in der es waͤchſt. Halten wir dieſen Maaßſtab feſt, ſo kann nie ein Mißverſtaͤndniß entſtehen. Man verſteht ſich in der Ferne und auf immer, ſo lange Merinos— Wolle nur noch in Gebrauch bleibt.
Daß bei der Merinos-Wolle in ihrer Anwendung zu Tuch das mittle Laͤngen-⸗Verhaͤltniß, welches ſich aus mittelhohen oder Halbkreis-Bogen ergiebt, und ohnge—
faͤhr wie 1 zu 1 2½ ſteht, das vorzuͤglichſte ſei, iſt bereits
geſagt, und in meiner erwaͤhnten Schrift vom Jahr 1827 ausfuͤhrlich dargethan worden. Iſt die hier beſchriebene beſte Woll-Art gegehen, ſo
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behaͤlt bei der Wahl der Zuchtthiere diejenige Bogen-
geſtalt den Vorzug, welche den Ausſchnitt einer Kreis⸗ linie ohne Ecken oder andere Abweichungen zeigt, und deren Waͤnde oder Schenkel am meiſten in gleicher Ebene liegen. Man erkennt dies am leichteſten, wenn
man ein Merinos⸗Haar ſeitwaͤrts auf eine Spiegelflaͤche
legt. Oft ſtehen die Schenkel gegeneinander etwas
ſchraͤg. Dies hat zu der Vorſtellung einer Schrauben⸗


