36 XI. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen
wieder eine Raſſe, deren Wolle zwar regelmaͤßige, aber ſehr weitlaͤufige Wellen ſchlaͤgt, und zwiſchen der ganz ſchlichten und der feingekraͤuſelten Merinos-Wolle in der Mitte ſteht. Sie koͤmmt ſelten vor, und hat in der An— wendung keine beſonderen Vorzuͤge, außer daß die Lamm⸗ Wolle derſelben zu Huͤten verbraucht wird.
Unter echter Merinos-Wolle wird eine ſolche ver— ſtanden, welche, abgeſehen von ihrer Feinheit, auf einem geſunden, gehoͤrig und gleichmaͤßig genaͤhrten erwachſe— nen Koͤrper am einzelnen Haar regelmaͤßige oder gleich— foͤrmige Windungen oder Bogen zeigt, ſo weit ſie nicht durch aͤußere Eindruͤcke entſtellt ſind, deren Haare ferner in Geſtalt, Laͤnge und Durchmeſſer moͤglichſt uͤberein— ſtimmen, und weder auf den edleren noch unedleren Stellen des Vließes mit fremden vermiſcht ſind. So— genannte Stichel⸗Haare finden ſich indeſſen, wiewohl ſelten und in ſehr geringer Menge, in ganz vortrefflichen Merinos⸗Vließen. Wob ſie ſich aber ſichtbar haͤufig zei⸗ gen, da halte man dergleichen Individuen von der Paa— rung zuruͤck, indem ſie ſich ſehr leicht, wie Unkraut, ver— mehren, in der Fabrikation aͤußerſt hinderlich, und durch die Bearbeitung nur wenig zu entfernen ſind.
Jedes Individuum, das die oben beſchriebene Wolle traͤgt, iſt ein Merinos, gleichviel, wie der Koͤrper be— ſchaffen iſt, ob mit oder ohne Hoͤrner, mit groͤßerem oder kleinerem Koder. Nur die uͤbrigen Hautfalten ſtehen unſeren Abſichten im Wege, und deshalb ſind diejenigen unter ihnen zur Fortpflanzung beſonders zu ergreifen, welche ſich darin am wenigſten auszeichnen, wie dies denn auch im noͤrdlichen Deutſchland faſt all— gemein ſchon geſchehen iſt. Dieſe letzten begreift man gegenwaͤrtig unter der beſonderen Benennung Elektoral⸗


