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uͤber Raſſen, Woll⸗Art und Leitung der Zucht. 35
Die allgemeinſte Eintheilung der europaͤiſchen Schaaf— Arten in Niederungs⸗ oder Marſch-Schaafe, in gemeine Hoͤhen⸗Schaafe und in Merinos rechtfertiget ſich
als die natuͤrlichſte, ſowohl durch die Verſchiedenheit
des Koͤrpers und der Lebens-Art, als der Wolle, die ſie tragen. Ohne uns bei den koͤrperlichen Unterſcheidungs⸗ Merkmalen dieſer verſchiedenen Schaaf⸗Arten laͤnger auf⸗ zuhalten, wollen wir gleich zu den Unterſcheidungen der— ſelben nach ihren verſchiedenen Woll-Arten uͤbergehen. Unter den in dieſer letzten Hinſicht verſchiedentlich ge— machten Eintheilungs-Verſuchen bleibt folgende Methode die einfachſte oder natuͤrlichſte.
Wir haben Schaafe mit ſchlichter und krauſer Wolle. Die ſchlichte theilt ſich in lange und kurze. Die lange
ſchlichte wird von Niederungs⸗Schaafen, die kurze ſchlichte
von gemeinen Hoͤhenſchaafen getragen. Zu den erſten gehoͤren die Flanderſchen, Texelſchen, Oſtfrieſiſchen, Eider⸗ ſtaͤdtiſchen und aͤhnliche Raſſen. Die gemeinen Hoͤhen— ſchaafe zerfallen ebenfalls wieder nach ihrem Aufenthalt und ihrer Nahrung in von einander abweichende Raſſen. So z. B. das Haidſchucke in der Luͤneburger Haide macht keine beſondere Art, ſondern nur eine Raſſe von Hoͤhenſchaafen aus, deren Wolle ſich untereinander, wenn auch verſchieden, doch aͤhnlich bleibt.
Die krauſe Wolle zerfaͤllt in regelmaͤßig und un— regelmaͤßig gekraͤuſelte. Jene gehoͤret ausſchließlich den Merinos an; die unregelmaͤßig gekraͤuſelte aber entſteht theils waͤhrend der Kreuzung maͤnnlicher Merinos mit gemeinen Schaafen, theils durch Fortzucht unvollſtaͤn— dig gebliebener Kreuzungen, theils findet ſie ſich auch bei gemeinen Schaaf⸗Arten, deren Urſprung weiter nicht bekannt iſt. S
Noch giebt es von den Marſch-Schaafen hin und
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