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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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38 XI. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen

form des Merinos⸗Haares Veranlaſſung gegeben, und Schreiber dieſes iſt in der Encyclopaͤdie des Hrn. Putſche namentlich zurecht gewieſen worden. Haͤtte aber der Verfaſſer des Aufſatzes, Herr Heuſinger, die Sache, be⸗ ſonders an hochgebogener Wolle genauer unterſucht, ſo wuͤrde er gefunden haben, daß das Merinos⸗Haar ſich uͤber eine mehr oder weniger convex gedachte Haͤlfte eines Cylinders hin und her ſchlaͤngelt, jede einzelne Biegung oft die Form einer Krempe annimmt, ſich aber nie um die gedachte Axe ſelbſt windet, ſondern auf der ſelben krummen Flaͤche immer wieder zuruͤckkehrt, gerade ſo, als wenn man uͤber einen Finger einen Faden hin und her ſchlaͤngelt, ohne dieſen um jenen herum zu wickeln. Dieſe Sache iſt nicht ſo gleichguͤltig, als ſie ſcheinen duͤrfte. Denn je weniger ſchraͤg die Schenkel ſtehen, oder je gerader ſie in derſelben Flaͤche liegen, deſto hoͤher iſt in der Regel die Sanftheit der Elaſtizitaͤt, welche bekanntlich nie die abſolut groͤßte Hoͤhe erreichen darf, deren die Woll-Art im Durchſchnitt wohl faͤhig waͤre. Das zunaͤchſt auf die Geſtalt der Bogen folgende Erforderniß iſt ihre Uebereinſtimmung unter ſich von dem einen Ende des einzelnen Haares bis zum an dern. Da aber dieſe Geſtalt nach der Spitze zu von aͤußeren Eindruͤcken, und auf den uͤbrigen Theilen des Haares von der Nahrung ſo ſehr abhaͤngt, ſo laͤßt ſich ohne weitere Kenntniß der vorhergegangenen Umſtaͤnde von einer Ungleichfoͤrmigkeit nicht ſogleich auf die Un⸗ tauglichkeit des Zuchtthieres ſchließen. Nur verdienen unter uͤbrigens gleichen Verhaͤltniſſen in demſelben Hau⸗ fen diejenigen den Vorzug, deren Bogen bis zur Spitze hin, beſonders, je laͤnger ſie dem Freien ausgeſetzt ge⸗ weſen ſind, die wenigſten Veraͤnderungen zeigen. Hierauf koͤmmt die Uebereinſtimmung aller