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Der Hopfenbau und die neuesten Entdeckungen hierinn um sich jährlich eine sichere Hopfenärndte zu verschaffen, und den Mißwachs zu verhüten : wie auch die Beschreibung aller Arten Hopfen und die Kennzeichen des guten und verdorbenen Hopfens, so wie die Kundgebung sicherer Merkmale, um den Hopfen ohne Siegel und Zuge zu erkennen ; für Bierbrauer und Landwirthe ; mit den illuminirten nach der Natur gezeichneten Abbildungen der vier Arten Hopfen / von Jacob Ernst von Reider
Entstehung
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Bekannte Inſekten, als Feinde des Hopfens ſind:

iſt ſeiner Sache nicht gewiß, daß eine Art von Inſekten, welches ſich häͤufig auf der Hopfenpflanze aufhaͤlt, ſolcher ſey. Vorzuͤglich in der Aerndte will mancher bemerken, daß der Freſſer in ſeinem Hopfen an den

der Sache aber iſt, daß in der Aerndte bey trockner warmer Witterung der uͤberzeitige Hopfen auseinander flattert, weil die Luft deſſen Oehl in den Hopfentrollen ſchnell verflüchtigen laßt, der Saamenſtaub faͤllt aus, daher die Klage, daß der Hopfen an den Stangen verſchwinde, daher die Erklaͤrung in einem Freſſer.

Dagegen ſind Blattlaͤuße, Erdfloͤhe und Schnecken auf der Hopfenpflanze bekannt einheimiſch, und ſo lange nur die Pflanzen geſund ſind, ſo kann auch die groͤßte Menge derſelben den Pflanzen ſelbſt nichts au⸗ haben. Wir finden ja dieſe Thiere noch auf vielen andern zaͤrtern Pflanzen, welche doch nicht denſelben er⸗ liegen. Gegen die Erdfloͤhe hilft nichts, als warme Witterung und viel Dung, damit die Reben bald er⸗ ſtarken, wo ihnen dann die Erdfloͤhe nichts mehr anhaben koͤnnen.

Gegen die Blattlaͤuße hilft auch weiter nichts, als ein Platzregen, und hierauf folgende kuͤhle Witterung.

Die Schnecken thun den geringſten Schaden, da ſie die jungen Reben, eigentlich nur die jungen Blaͤtter anpacken, uͤber 2 3 Schuhe Hoͤhe aber nicht hinankriechen.

Gegen alle dieſe Feinde hilft ein fleißiges Behacken und Fretten, und die Abnahme aller ſchadhaften Blaͤtter, dann das Aushauen aller kranken Stoͤcke, in der ſchnellen Wegraͤumung vom Felde. Uebrigens wer⸗ den alle dieſe Feinde auf den Pflanzen nicht uͤberhand nehmen, ſo lange die Pflanzen geſund und im Wachs⸗ 1 thume begriffen ſind, ſpaͤter aber z. B. bey der Aerndte ſchaden alle dieſe Feinde am wenigſten. Der geringſte Feind iſt die Raupe des Hopfennachtvogels, welcher ſich ſelten ſo vermehren kann, daß er ganze Hopfenſtoͤcke in der Wurzel zerſtoͤret, da ja immer drey Wurzeln einen Stock bilden. Es bleiben von den zwey andern Stoͤcken noch Reben genug zum Anbinden uͤbrig. Bey einer aufmerkſamen fleißigen Kultur werden alle dieſe In⸗ ſekten auf den Hopfenpflanzen nicht uͤberhand nehmen koͤnnen, noch weniger einen bedeutenden Schaden bringen.

Der Hopyfenhandel.

Waͤhrend der Aerndte werden allemal die Hopſenpteiße gemacht. Spaͤtere Preiße haͤngen von auſſeror⸗ dentlichen Zufaͤllen ab. Der Hopfenbauer verkauft am beſten von der Aerndte bis Weihnachten. Er giebt gleich in der Aerndte ab, und macht ſo bis Weihnachten alle Preiße mit. Der Hopfeneinkaͤufer aber verliert nichts, weil von der Aerndte bis zum Monat May die Nachfrage, und der Bedarf unausgeſetzt waͤhret.

Der Hopfenbauer verkauft vom Boden weg am ſicherſten, weil er wegen Austrocknung des Hopfens kein Riſſiko zu tragen hat, als wenn der Hopfen läͤngere Zeit in Zuͤgen iſt.

Der Hopfenbauer muß immer darauf ſehen, daß er dem Hopfenkaͤufer einen reinen neuen Hopfen anbie⸗ then kann. Er muß daher jede Art Hopfen ſondern, denn der Hopfenhaͤndler vermiſcht ſolche ſchon ſelbſt. Die gewoͤhnlichen Kunſtgriffe der Hopfenhaͤndler aber ſind folgende:

Der Hopfen wird als Spalter oder boͤhmiſcher Hopfen geſtempelt, in welcher Eigenſchaft er allen jenen Brauern angehaͤngt wird, welche aus Vorurtheil, oder ſonſtigem Intereſſe ſi ſich gerne nicht uͤberzeugen wollen, daß unſer innlaͤndiſcher Hopfen lauter Spalter und immer beſſer ſey, als jeder Auslaͤndiſche. Es werden Siegel, und ſogar die beſondere Art der Hopfenzuͤgen deshalb zur Taͤuſchung beygeſchaſſt. Solche Brauer,

wwelche ſich durch Siegel und Zuͤgen täuſchen laſſen, verſtehen nemlich nicht, den Hopfen zu unterſcheiden. Sie nind entweder zu ſaul, oder zu dumm dazu, deshalb haͤngen ſie am alten Schlendrian. Der vernuͤnftige Brauer

Der ſogenannte Freſſer. Doch will man ſolchen immer noch nicht genau kennen, oder vielmehr, man

Stangen ſey. Viele geben dem Erdfloh Schuld, welcher auch den zeitigen Hopfen auffreſſe. Das Wahre an