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Welche Arken aber am vortheilhafteſten anzubauen ſind, ergiebt ſich ſchon aus dem hier Vorgetragenen Man baut nemlich am meiſten die ſpaͤte Art mit gruͤnen Reben. Hievon hat man die groͤßten Anlagen. Von der andern ſpaͤten Art mit blauen Reben hat man nur einzelne Stoͤcke meiſt unter der andern ſpaͤten Art zer⸗ ſtreut. Ueberhauyt ſieht man niemals dieſe Art unvermiſcht in einer ganzen Anlage. Von der fruͤhen Art hat man auch ganze Anlagen nur in den beſten Lagen, die Anlagen ſind aber nicht ſo groß. Die rothrebigte Art baut man zwar unvermiſcht, allein nur in kleinen Anlagen, zu ꝛ, ja ſelbſt nur ³½ Tagwerck. Wer z. B. 2 Tagwerck Hopfengaͤrten hat, legt* Tagwerck mit fruͤhem Hopfen, ³ Tagwerck mit rothrebigtem, und das uͤbrige mit ſpätem Hopfen an. Bey dieſem Verhaͤltniße wird man auch alle Jahre eine genuͤgende Aerndte mit Sicherheit ſich verſprechen duͤrfen.
Die Anlage des Hopfens.
Wer Hopfen anlegen will, muß ſich die Fechſer von einer Gegend bringen laſſen, wo ſolcher in hoher Kultur ſtehet, damit er uͤberzeugt iſt, daß er die rechten Arten erhaͤlt, er muß ſolche dann kennen, und voneinander unterſcheiden lernen. Denn eine Hauptſache iſt es, jede Art Hopfen unvermiſcht auf dem⸗ ſelben Lande zu bauen. Selbſt ſchon angelegten Hopfen muß man nach und nach, nach den einzelnen Arten, ſöndern, daher einzelne Stöcke der andern Arten aushauen, und die Plaͤtze mit gleicher Art beſetzen.
Zu einem ſichern Hopfenbau gehoͤrt die geeignete Lage und Boden. Die beſte Lage iſt ein ſanfter Abhang gegen Mittag, wo der Platz den ganzen Tag die Sonne hat, und gegen Norden im Ruͤcken geſichert iſt. Sind die Seiten gegen Nordoſt und Nordweſt durch Berge gleichfalls geſichert, ſo iſt die Lage die beſte. Gut iſt es, wenn ſolche Hopfenlagen in nicht zu breiten Thälern ſich befinden, auch kein großer Fluß oder Sumpf nahe an der Hopfenanlage gelegen iſt, weil Waſſer, vorzuͤglich aber ſtehendes, Nebel und Duͤnſte leichter erzeugen. In jedem Falle iſt eine abhäͤngtge Lage jener in der Ebene vorzuziehen. Der fruͤhe Hopfen verlangt zu ſeinem Gedeihen eigenſinnig dieſe gute und beſte Lage. Die andern Hopfenarten nehmen mit jeder, ſelbſt der entge⸗ gengeſetzten Lage vorlieb.
Der Boden aber muß fuͤr allen Hopfen wenigſtens 2 Schuhe tief, und durchaus tragbar ſeyn. Je tieſer der Boden, je beſſer. Er muß nicht zu trocken, ſondern etwas bindend ſeyn, damit er die Feuchtigkeit etwas erhaͤlt, denn der Hopfen als ein ſehr hohes ranckendes Gewaͤchs braucht in dem durch Kultur und vielen Dung erwaͤrmten Boden viel Feuchtigkeit— doch iſt ſtehendes Waſſer demſelben verderblich.
Lehmboden mit 2 Schuhe tiefer fruchtbarer Gartenerde iſt der beſte Boden, vorzuͤglich wenn ſelcher eine gute waſſerhaltende Unterlage hat— z, B. ſtrengen Thon, Felſen ꝛc. Nothwendig aber iſt es, daß ſolcher Boden auch Kalktheile enthalt, weil Kalk die Waͤrme deſſelben vermehrt. Doch waͤchſt die ſpaͤte Art auch auf gewöhnlichem Gartenlande, auch im Thonboden, und giebt die reichſten Aernten, vorzuͤglich, wenn der Boden die Feuchtigkeit laͤnger behaͤlt. Daher waͤchſt die ſpaͤte Art ſelbſt auf Sandboden, wenn ſolcher nur die Feuch⸗ tigkeit haͤlt, und gut geduͤngt iſt. Der rothrebigte Hopfen waͤchſt auf allem Lande.
Wenn man Hopfen anlegt, ſo muß der Boden im Herbſte zwey Schuhe tief ein paarmal geackert, oder beſſer vier Schuhe tief rigolt werden— dann werden auf das Bayr. Tagwerck a 40,000—₰“ 30 Fuhren Dung, am beſten, Stalldung, Hornviehe und Schweinsdung untereinander im Spaͤtherbſte aufgefahren, und gehorig vertheilt, ſpaͤter untergeackert und ſo in reicher Furche bis zum kuͤnftigen Fruͤhjahre liegen gelaſſen. Im Fruͤh⸗ jahre im Monate Merz, bey langausdauernder kalter Witterung, auch im Anfange des April, werden dann zur Legung der Fechſer Furchen gezogen, entweder mit dem Pfluge, oder mit der Haue, und die ausge⸗ worfene Erde auf gewoͤlbten Beeten, gleich unſern ſogenannten Bienfaͤngen aufgehaͤuft. Die Furchen werden am ſchicklichſten von Mittag gegen Mitternacht gezogen, 1 ½ bis 2 Schuhe lief, um ſo hoͤher ſind dann die Beete, und 1 1 bis 2 Schuhe breit, und 3—4 Schuhe von einem bis zum andern. In ſolcher Art muß das
Land hergerichtet ſeyn, in welches die Fechſer eingelegt werden ſollen. Das Hopfenfechſerlegen geſchieht dann,
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