Dieſe hier beſchriebenen vier Arten Hopfen haben nach ihrem Aeuſſern beſondere Unterſcheidungsmerkmale, worinn ſie ſich leicht erkennen laſſen. Dieſe Unterſchiede aber ſind ſehr wichtig, und beſtimmen deſſen Anbau. — Der fruͤhe Hopfen nemlich iſt dem Mißwachſe am meiſten unterworfen, weil er zu einer Zeit— im Monat Juni— bluͤhet, wo nur zu oft durch den haͤufigen Wechſel der Lufttemperatur die Bluͤthe leidet. Auch iſt derſelbe vorzuͤglich empfindlich, und leidet nicht allein nur durch den ſchnellen Luftwechſel, ſondern auch durch
ſtarke Trockenheit und Näſſe, und nur in trockenen Jahren darf man einer reichen Aerndte verſichert ſeyn. Bey
guter aufmerkſamen Kultur, und in rechter Lage giebt er auch immer eine Aerndte, wenn nur nicht beſonders unguͤnſtige Witterung, vorzuͤglich ſchneller Wechſel der Temperatur in den Monaten Mai und Juni denſelben trifft. Ein kuͤhler Mai, und darauffolgender naſſe Juni aber ſchaden nicht. Dieſe Art hat den meiſten Saamenſtaub, das meiſte Oehl, und haͤlt ſich daher am laͤngſten, da er auch in geringerer Ouantitaͤt doch die meiſte Kraft giebt. Er verliert auch nicht ſo leicht ſeinen Saamenſtaub und Oehl, da er ſich nicht ſo ſchnell abrippt, als die andern Arten, indem ſeine Trollen am feſteſten geſchloſſen ſind, daher in Zuſammenhaltung der oͤhligten Theile ſtets eine gewiſſe Elaſtizitaͤt der Trollen erhalten, welche ſie gegen das Abrippen ſchutzt.
Wenn aber dieſe Art Hopfen von Kultur— und vorzuͤglich von der Witterung abhaͤngt, ſo haben dagegen die ſpaͤten Arten Hopfen ein ganz anderes Verhaͤltniß.
Solche bluͤhen um 14 bis 21 Tage ſpaͤter, und kommen ſomit mit ihrer Bluͤthe ſchon in den Monat Juli, wo die Lufttemperatur nicht mehr ſolchem ſchnellen Wechſel unterworfen iſt. Daher giebt derſelbe auch alle Jahre eine Aerndte, wenn nur in etwas Lage und Kultur gut ſind. In guten Jahren, wo aber auch die fruͤhe Art Hopfen gedeiht, ſind dann die Aerndten ſo unermeßlich, daß man auf die Stange 1 Pfund getrockneten Hopfen rechnen darf. Derſelbe wird immer bis halben September reif, alſo um 14 Tage ſpaͤter als der fruͤhe Hopfen. Derſelbe traͤgt zwar nur kleine Trollen, allein in ungeheurer Menge, und zwar reichlich mit Saamenſtaub gefuͤllt. Dieſe Art verhaͤlt ſich zur fruͤhen Art in Hinſicht der Fruchtbarkeit, daß man annehmen darf, daß in guten Jahren der Stock gerade nochmals ſo viel Hopfen von der beſten Qualitaͤt ertraͤgt, als ein Stock der fruͤhern Art; in ſchlechten Jahren aber doch immer noch eine lohnende Aerndte giebt.
Die beyden ſpaͤten beſchriebenen Arten unterſcheiden ſich einzig darinn, daß jene Art mit blauen Reben noch um 8— 14 Tagen ſpaͤter, als die andere reifet, und etwas feſter geſchloſſene Trollen bat. Die Frucht⸗ barkeit und Guͤte aber ſind ganz gleich, eben ſo die Behandlung.
Hieraus ergeben ſich folgende Reſultate:
Der fruͤhe Hopfen iſt der beſte, nur iſt er dem Mißwachſe zu ſehr unterworfen.
Der ſpaͤte Hopfen dagegen ertraͤgt reichlicher von nemlicher Guͤte als der fruͤhe, und giebt alle Jahre eine ſichere Aerndte, bey gleicher Kultur mit dem fruͤhen Hopfen.
Die vierte bekannte Art des Hopfens iſt— der ſogenannte rothrebigte. Derſelbe gehoͤrt mit zur ſpäten Art, und unterſcheidet ſich von dergleichen Art darinn, daß er auſſer den dunkelrothen Reben ein ſtaͤrkeres Gewaͤchs macht, in guten Jahren zwar nicht mehr Trollen träͤgt, aber in ſchlechten Jahren noch immer eine genuͤgende Aerndte giebt. Aber der innere Gehalt deſſelben iſt um ein volles Drittheil geringer, derſelbe wird auch von Jahr zu Jahr im Lande, und auf dem Boden ſchlechter. Von den ſpaͤten Arten aber unterſcheidet ſich derſelbe darinn, daß er in ſchlechten Jahren mehr Aerndteertrag giebt, ſomit ſicherer iſt, daß er aber in guten Jahren an Fruchtbarkeit und Ertrag den beyden ſpaͤten Arten nicht nachſtehet, aber auch an innern Gehalt um ein Drittheil geringer iſt. Derſelbe iſt nur dann von Werth, wenn der Hopfen in vielen Gegen⸗ den mißrathen iſt, dann wird er unter altem Hopfen gemiſcht, und gilt dann das Nemliche wie der gute Hopfen. Er wird deshalb auch nur in kleinen Anlagen gebaut.
Die uͤbrigen Unterſchiede zwiſchen dieſen beſchriebenen Arten erkennt man ſchon ſehr leicht, wenn man die Abbildungen derſelben miteinander vergleicht.


