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Fragmentarische Nachrichten über die landwirthschaftlichen Verhältnisse der Rittergüter Sahlis, Rüdigsdorf und Neuhof, nebst Zubehörungen / [von Wilhelm Crusius]
Entstehung
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des Abends bis 10 Uhr ſpinnen. Die zur eignen, ſowie zur fremden Aufzucht beſtimmten Kaͤlber werden 3 4 Wochen bei der Kuh gelaſſen, dann von dieſer abgeſondert, und mit einem Trank von Hafermehl und feinem Gerſtenſchrot, dem etwas Milch zugeſetzt wird, ſowie mit gutem ſuͤßem Heu genaͤhrt. Sobald ſie ihn annehmen, wird Hafer vorgelegt, den man ihnen bis nach vollendetem erſten Jahre fortgiebt. Iſt es ½ bis ¾ Jahr alt, ſo wird dem Kalbe ſchon Bruͤhfutter gereicht, daſſelbe je doch mit gekochten Kartoffeln und Schrot verſetzt. Bis zum Alter von 1 1 ¾ Jahren ſucht man die Thiere ganz gut zu naͤhren, dann bekommen ſie ſchmalere Koſt, um ſie nicht allzu geil und fett zu machen; zwiſchen dem zweiten und dritten Jahre werden ſie zugelaſſen. Kurz vor dem Kalben giebt man denſelben dann, wie uͤberhaupt den hochtragenden Kuͤhen, gern etwas gekochten Roggen.

Die gewonnene Milch wird zum geringſten Theil friſch ver⸗ kauft, die meiſte zu Butter und Kaͤſe verarbeitet. Erſtere wird vorzugsweiſe in Faͤßchen gelegt und den ganzen Sommer hin durch nach Leipzig, waͤhrend des Winters jedoch meiſt in der Umgegend verkauft. Bei gleicher Fuͤtterung ſind von den ver ſchiedenen Raßen bei wiederholten Verſuchen nachſtehende ziem lich gleichbleibende Reſultate in Bezug auf Qualitaͤt der Milch erlangt worden.

Nach dem dazu gebrauchten glaͤſernen Milchmeſſer enthaͤlt die Milch der Allgauer Kuͤhe 14 Procent Rahm, Eger 1414 3 - Schweizer 13 ¼.

Ferner ergaben ſich aus dieſem Rahm, der genau zu dem Zeitpunkt abgenommen war, wo die Milch ausgerahmt hatte,