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Synſſchen
Tras humantes Wolle wiſſen will, daß die einzelnen Faͤ⸗ den derſelben mehrere Uebergaͤnge von grober zu feiner haben ſoll, welche Beſchaffenheit man abwechſelnder reicher und magerer Weide zuſchreibt: ſo iſt gleichmaͤßige Haltung der Wollthiere, von welcher Race ſie auch ſeyn moͤgen, ein ſehr wichtiges Erforderniß, um eine egale ſchoͤn ausgeglichene Wolle zu produziren.
Aber der Ausdruck: gleichmaͤßige Haltung, iſt ſehr doppelſinnig und bezeichnet nicht eigentlich die Sache deutlich genug, welche man darunter verſtehen ſoll. Da ich mir keines andern und deutlichern zu bedienen weiß; die Sache aber fuͤr wichtig genug halte, um daruͤber ins Klare zu kommen; ſo wollen wir uns zufoͤrderſt etwas naͤher damit bekannt machen.
Unter dem Ausdruck: gleichmaͤßige Haltung, kann man eines Theils verſtehen: als muͤßten die einzelnen Heerden zu jeder Zeit des Jahres— im Sommer eine gleichmaͤßige Weide, oder bey Stallfutterung immer eine gleichmaͤßige Quantitaͤt gruͤnes oder trockenes Futter; im Winter aber eine gleiche Quantitaͤt Heu, Stroh ꝛc. er⸗ halten; andern Theils: als muͤſſe bey der Ernaͤhrung des Viehes darauf geſehen werden, daß ſich alle einzelnen Thiere zu jeder Jahreszeit in der Beleibtheit ganz gleich ſeyn, und dieſelbe auch das ganze Jahr uͤber in ein und demſelben Grade behalten. Das Lekztere ſcheint zwar eine natuͤrliche Folge des Erſtern zu ſeyn; dem iſt aber nicht ſo.
Davon abgeſehen, daß mathematiſche Schluͤſſe in der praktiſchen Schaafzucht uͤberhaupt keine Anwendung fin⸗
den, zumal bey großen Heerden; ſo koͤnnen auch allerley
ungewoͤhnliche Ereigniſſe und beſondere Umſtaͤnde eintreten, die bedeutenden Einfluß auf ganze Heerden, ſo wie auf einzelne Individuen aͤußern, als: die Witterung, die Verſchiedenheit der Nahrungsfaͤhigkeit der Futtermittel, das


