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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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Wolle und Geſtalten, da man doch die groͤßere Milde der Piemonteſer Seide in den dort zarter vorhandenen Maul⸗ beerbaumblaͤttern zu finden glaubt. Eben ſo erhalten die Pferde feinere Geſtalten, wenn ſie waͤhrend ihrer Ausbil⸗ dung wenig, aber nahrhaftes Futter bekommen. Sogar bey dieſen wirkt die Nahrung auf die Haut und das Haar. Bey der erwaͤhnten bildet ſich die erſtere duͤnn und das letztere kurz und fein, und alle ſind ſich mehr oder weniger aͤhnlich, wenn auch nicht ganz gleich. Die Pfer⸗ de, welche ſich bey ſaurer Sumpfweide ausbilden, ſind ſich auch alle aͤhnlich. Sie haben dicke Baͤuche, plumpe Kno⸗ chen, kurz ſie ſind alle haͤßlich.

Daß die Eigenſchaften, ſo wie die ſchoͤne Geſtalt der edeln Pferde gewiſſermaßen Race⸗Eigenſchaften ſind, kann man eben ſo wenig wie bey den Schaafen in Abrede ſtel⸗ len. Aber ſie ſind dem Urpferde nicht eigen geweſen, ſon⸗ dern ſie haben ſich theils durch den Einfluß paſſender Lo⸗ kalitaͤten von ſelbſt veredelt, theils hat der Menſch dieſe Neigung zur Veredlung durch zweckmaͤßige Paarung unter⸗ ſtuͤtzt, und ſo das Pferd in ſeiner Vollkommenheit gewiſ⸗ ſermaßen geſchaffen. Oder wenn man lieber annehmen will, daß das Urpferd in moͤglichſter Vollkommenheit vor⸗ handen war: ſo wird dadurch daſſelbe erwieſen, was ich mit dem Gegentheile darthun wollte, naͤmlich: daß ſich das Urpferd ſehr veraͤndert hat, was hauptſaͤchlich nur durch die Nahrungsmittel geſchehen ſeyn kann.

XII. Kapitel. Die Wolle der Infantado⸗Rare.

Nach dem Durchmeſſer der einzelnen Faͤden betrach⸗ tet, findet man ſie in derſelben Feinheit, wie die Elekta; 6