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Konſtante Heerden exiſtiren demnach gar nicht, oder man muͤßte ſie alle ſo nennen; denn eine Heerde, die auch nur einen ſehr mittelmaͤßigen Grad der Feinheit be⸗ ſitzt, wird denſelben durch reine Inzucht bey zweckmaͤßi⸗ gem Verfahren nicht allein erhalten; ſondern ſie wird ihn ſogar ſteigern. Eine Verbeſſerung auf dieſem Wege wuͤr⸗ de zwar— wenn ein kurzerer moͤglich iſt, naͤmlich der: durch Ankauf beſſerer Zuchtſtaͤhre, wie man ſelbſt beſitzt — fehlerhaft, aber gewiß nicht unmoͤglich ſeyn. Die Saͤchſiſchen Schaͤfereien geben hiervon den Beweis, indem ſie jetzt beſſere Wolle liefern, wie die erſten Schaafe aus Spanien mitbrachten.
Ich will durch dieſe Betrachtungen keineswegs den Ausdruck konſtant bekritteln; denn jeder gebildete Schaafzuͤchter weiß genau, was er bezeichnen ſoll, und wenn ein Wort eine Sache richtig bezeichnet, ſo iſt es an ſeinem Platz. Ich wollte nur vorlaͤufig den Beweis fuͤhren, daß Meſtizen, wenn ſie eine Wolle liefern, die der von aͤchten Merinos in der Qualitaͤt gleich kommt, mit ihnen gleichen Werth haben, und daß man bey der Inzucht nicht mehr Ruͤckſchlag zu gewaͤrtigen hat, wie bey dieſen. Es verſteht ſich, daß dieſe Behauptung nur von ſolchen Meſtizen gilt, die durch eine langjaͤhrige Vered⸗ lung einen feſten gleichmaͤßigen Charakter angenommen; nicht aber von einzelnen Individuen, die ſich mitunter in ſehr ordinairen Heerden finden. Dieſe ſind nur als ein Naturſpiel zu betrachten, die gewoͤhnlich in der Nachzucht einen eben ſo großen Ruͤckſchritt thun, wie ſie ihn vor⸗ waͤrts gemacht hatten.
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